Vor der THS und nach der OP (Teil 2)

Nachdem ich die diversen Voruntersuchungen und Testungen, ob ich für
die OP der richtige Kandidat bin, hinter mich gebracht habe, begann das Warten auf den OP-Termin. Dies wurden 4 lange Monate für mich. In dieser Zeit habe ich mich zurückgezogen, wollte allein sein.

Ich hatte mir fest vorgenommen, nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte, nicht mehr darüber nachzudenken und erst recht nichts mehr zu lesen oder mit anderen, mit Ausnahme meiner Frau, darüber zu reden. Aber der eigene Kopf lässt sich nicht abschalten. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich immer wieder im Netz danach Ausschau hielt, ob es neue Entwicklungen gibt oder weitere Erfahrungsberichte u.s.w.

Dies belastete mich und ich wurde immer unruhiger und stellte meine Entscheidung pro THS immer wieder für mich in Frage. Jedoch bin ich nach Abwägung der Chancen und Risiken bei meiner Entscheidung geblieben.

Am 29.07.2015, kurz nach meinem 50. Geburtstag, wurde die OP durchgeführt. Ich war drei Tage zuvor, zwecks Vorbereitung, stationär aufgenommen worden. Ich hatte meine Familie und meine Freunde gebeten mich nicht zu besuchen, nur meine Frau war anwesend und dafür war ich sehr dankbar.

Der OP-Tag begann früh, auch für das Klinik Personal. Geschlafen habe ich kaum, sie wollten mich um 6 Uhr wecken und fanden mich wach vor. Um 06:45 Uhr war der Arzt anwesend und passte mir die Stahlkonstruktion an, mit der ich später auf dem OP-Stuhl fixiert wurde. Dann wurde ich in den OP-Raum gebracht. Dass ich immer wieder auf die nächsten Schritte warten musste, war schlimm für mich. Ich habe versucht mich gedanklich abzulenken, indem ich schöne Erinnerungen abgerufen habe. Dies funktionierte halbwegs. Im OP wurde mir dann über den linken Arm diverse venösen Zugänge gelegt. Dies tat zwar weh, aber ohne, dass ich sediert worden bin, wäre es nicht gegangen.

LA65