….von denen ich mehr erwartet hätte…

Es ist so wichtig für mich, in schweren Zeiten nicht allein zu sein. Meine Familie ist für mich da und ich bin sehr froh darüber.

 Und dann gibt es die Freundinnen. Es gibt Freundinnen, die immer für mich da sind und denen ich auch immer mit den gleichen Sorgen und Ängsten kommen kann. Die mich aber auch immer noch als „normale“ Freundin sehen, mit der man ins Kino geht oder andere schöne Sachen machen kann, ohne immer den Parkinson dabei zu haben. Die verständnisvoll auf mich reagieren, wenn es Not tut. Und nur dann.

 Es gibt auch Menschen, von denen ich mehr erwartet hätte, Freundschaften, die mir stärker erschienen waren, und die mit dieser Krankheit und mit mir auf andere Weise umgehen, als ich es gedacht habe. Die sich zurückgezogen haben. So ist das eben. Sie werden ihre Gründe haben.

 Ja und dann sind mir Menschen begegnet, die auch erkrankt sind. Die ersten fand ich im Internet auf den Seiten des Forums von JuP (Jung und Parkinson). Ich konnte es gar nicht fassen, mit welcher Zuwendung und Liebe hier mir völlig Unbekannte auf meine Probleme eingingen. Das war ein großer Trost! Sehr schnell fand ich Menschen mit den gleichen Erfahrungen und das hat mir unendlich gut getan. Einige dieser Menschen sind mir heute im Umgang mit der Krankheit ein Vorbild. Viele schlaflose Nächte habe ich im Internet verbracht und Zuhörer gefunden, wenn ich sie brauchte und auch ich konnte manchmal ganz Ohr sein.

 Dann kamen die Selbsthilfegruppe und meine Tanzgruppe dazu und plötzlich hatte ich leibhaftige Menschen aus meiner Stadt gefunden, die auch betroffen waren. Wie toll war das denn! Ich staune immer noch, wie intensiv einen solch ein gemeinsames Problem verbinden kann. Mit einigen Menschen fühle ich mich sehr eng verbunden und es kommt mir manchmal vor, als würden wir uns schon ewig kennen. Am schönsten ist die Selbstverständlichkeit aller Probleme mit der Krankheit und der Austausch darüber, wie wir unser Leben stemmen. Manchmal spielt der Parkinson auch keine Rolle und wir sind einfach nur so Freunde. Wie schön! Es macht mir Mut zu sehen, wie leistungsfähig und „normal“ man mit dieser Krankheit sein Leben leben kann und welche Methoden die anderen haben, um klar zu kommen. So etwas motiviert mich, und hilft mir, mich nicht hängen zu lassen.

Und dann kam noch eine auch vom Parkinson betroffene Freundin dazu, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Eine gemeinsame Freundin hat uns zusammengebracht. Welch ein Geschenk!

 Also:

Ich kann sagen: Parkinson hat mir sehr intensive Beziehungen und neue Freunde geschenkt. Das hätte ich nie gedacht. Geschenkte Freunde.

Schön ist das, ihr Lieben! Ich danke euch dafür!

Kornblume

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