Und nun?

Nachdem ich nun drei Monate gewartet habe, ist das erste Ergebnis des Gentests da und als hätte es mich verwundert, ist es keine der üblichen Gene. Trotz alledem hatte ich gehofft, dass sie etwas finden.

Scheinbar muss ich wieder einmal Geduld haben, mittlerweile bin ich ja darin geübt. Ob die Ärzte überhaupt etwas finden werden, steht auch noch in den Sternen. Das wichtigste für mich ist allerdings, dass sie mich nicht so schnell aufgeben. Diese andauernden Wirkungsschwankungen sind schon eine Herausforderung. Aber aufgeben ist auch jetzt keine Option.

Nach 22 Jahren mit Tremor in Begleitung sieht man die Dinge durchaus gelassener. Und es gibt ja noch genug Optionen, die in Frage kommen. Eine der wichtigsten ist da natürlich die THS, ein sehr umstrittenes Thema, das die Gemeinschaft in zwei Lager spaltet. Was mich anbelangt kann ich nur sagen: Es ist eine Option. Seltsamerweise – sobald ich über THS nachdenke, gilt der erste Gedanke meinen Haaren. Solange ich mir also noch Sorgen mache um den kurzzeitigen Verlust meiner Haare, kann die THS so wichtig für mich ja noch nicht sein. Und ja, sie würde meinem Tremor bestimmt helfen, aber der Tremor ist gar nicht mein Problem. Es wäre nach so viel Jahren wahrscheinlich sogar ungewohnt für mich, wenn er weg wäre. Ich müsste ja alle automatisierten Dinge im Alltag wieder neu erlernen. Vielmehr ist mein Tremor seltsamerweise ein Problem der anderen. Ich kann damit leben, die Gesellschaft hat da ehr ihre Probleme mit meinem Tremor.

Schön wäre es ja, wenn jeder so sein könnte, wie er ist. Und stellt euch mal vor, wie schön es wäre, wenn wir unserem Gegenüber auch mal die Chance geben, zu sein wie er ist und das in vollem Maße akzeptieren würden.

Dini

Die Antworten aus der Aktion Schreib meine Geschichte:

Und nun?  (Canty)

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