THS – auf was wollt ihr warten? (2/2)

Da ich alles ausprobierte, was irgendwie verfügbar war und eventuell gegen Parkinson sprechen könnte, musste ich irgendwann akzeptieren, dass es sich doch um Parkinson handelte.

Ich habe mich daraufhin sehr intensiv mit der THS (Tiefe Hirnstimulation) beschäftigt und da es keine andere Möglichkeit bei meinem Parkinson mehr gab, habe ich mich im Herbst 2013 dazu entschlossen. Ich musste dazu jedoch noch abnehmen, was eines der schwierigsten Voraussetzungen für die OP im Frühjahr 2014 war. Nicht jedoch ohne vorher alles andere auszuschließen. Ich glaube man muss kein Mediziner sein um zu erkennen, das es mit 136kg und eingeschränkter Motorik schwierig ist, Kalorien zu verbrennen. Mit viel Disziplin und und Unmengen an Salat und Süßstoff gelang es mir, mich auf 100kg zu hungern. Auch ich musste dadurch feststellen, das Hasenfutter essbar ist. Aber dadurch hatte ich Zeit, um mit den Herstellern der Geräte in Kontakt zu treten, auch wenn es eigentlich nicht vorgesehen ist. Durch meine intensive Beschäftigung mit meinem Parkinson, konnte ich auch das Kolloquium zum PASS ablegen (Parkinson Assistent), um anderen an Parkinson erkrankten ein wenig helfen zu können. Und um mir erklären zu können; warum, wie, was, weshalb etc.

Ich bin derzeit noch immer ohne zusätzliche Parkinson Medikamente und daher fasst ohne Nebenwirkungen. Ich kann allen nur die Empfehlung geben, die THS so bald wie möglich, bei gesicherter Diagnose, machen zu lassen. Man gewinnt so viel an Lebensqualität zurück, so viel an Leben, dass es hier den Rahmen sprengen würde, es zu beschreiben. Auf was soll man warten? Bis medikamentös nichts mehr geht? Dann bringt auch die THS nichts mehr… das muss einem klar sein. Und was soll man mit der neu gewonnenen Beweglichkeit anfangen, wenn die altersbedingten Zipperlein unwillkürlich kommen. Was nützt einem die beste Elektronik in einem von Medikamenten zerstörten Körper? Gebt Euch nicht mit den einfachen Abspeisen der Ärzte zufrieden. Wenn Ihr das Gefühl habt, Ihr werdet von eurem Arzt nicht verstanden oder nicht richtig behandelt, dann wechselt ihn. Ihr seid nicht der unmündige Patient, der dem „Gott in weiß“ alles zu glauben hat, nur weil er keine Zeit hat und Euch ruhigstellen will. Wenn hier im Gesundheitssystem ein Fehler ist, deckt ihn auf! Nur dadurch wird sich etwas verändern. Gebt nicht euch auf, sonder euren Arzt.
In diesem Sinne, niemals aufgeben !
Tony =(;-)° , August 2018

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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