Meine Erfahrungen mit Taiji therapeutischem Training

Als ich vor zwei Jahren mit dem Taiji Training begann, dachte ich nicht, dass Taiji einen so wichtigen Part in meinem Leben einnehmen würde. Ich habe 2014 mit 48 Jahren die Diagnose Parkinson erhalten und ich hatte mein linkes Bein und den linken Arm nicht vollständig unter Kontrolle, war bewegungseingeschränkt.

Ich habe sogleich die Initiative ergriffen und sehr bald eine Selbsthilfegruppe für jung an Parkinson Erkrankte (JuPa Braunschweig) gegründet. Diese Arbeit macht mir riesigen Spaß und hilft mir, meiner Krankheit positiv gegenüber zu stehen.

Über eine Empfehlung eines ebenfalls Erkrankten erfuhren wir von Mirko Lorenz aus Berlin, einen in China ausgebildeten Taiji-Trainer, der das speziell für Parkinson Erkrankte Taiji Programm Keep Moving entwickelt hat und auch in der Parkinson Fachklinik in Beelitz praktiziert. Wir luden ihn in unsere Selbsthilfegruppe ein und er konnte sehr schnell viele von seiner Konzeption überzeugen, sodass bald der erste Taiji Kurs in Braunschweig für Parkinson Erkrankte durchgeführt werden konnte.

Taiji hilft mir und auch den anderen Kursteilnehmern, die Balance zu erhalten, das Gleichgewicht zu stärken, die Muskulatur zu kräftigen und die eigene Mitte wieder zu finden.

„Was ist so speziell an deinem Taiji Training?“, fragte ich Mirko zu Beginn.

Er erklärte mir darauf erst einmal, was Taiji speziell ausmacht und welche Vorteile es im Allgemeinen hatte. Mir war nicht bewusst, dass es sich ursprünglich um eine Kampfkunst handelte, die der Selbstverteidigung diente und heute hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen trainiert wird. Die langsamen fließenden Bewegungen dienen der Genauigkeit und geistigen Ausrichtung und stärken die innere Ruhe und Konzentrationsfähigkeit. Mirko nutzt dabei besonders den gesundheitlichen Wert von Taiji. Sein Programm arbeitet direkt an Parkinson-relevanten Themen wie Balance, Gleichgewicht und innere Stimmung sowie Konzentrationsfähigkeit und Entspannung. Dafür wurden die Taiji-Prinzipien gestärkt und die Bewegung den Möglichkeiten bei Parkinson angepasst. So kann größtmöglicher Nutzen entstehen, erklärte Mirko Lorenz.

Seit fast zwei Jahren bieten wir nun ein Taiji Training für Menschen mit Bewegungsstörungen und Morbus Parkinson an. Zudem entstand eine weitere Gruppe für Nicht-Erkrankte.

Bemerkenswert finde ich, dass sich die Kurse gelegentlich auch mischen und alle gemeinsam ins Gespräch kommen. Dort ist es egal, ob du Bewegungseinschränkungen hast oder nicht, es zählt allein das Taiji Training und die Freude über wiedererlangte Fähigkeiten.

Aus der positiven Erfahrung mit dem Bewegungskonzept haben wird dann den Förderverein Keep Moving e.V. gegründet, der helfen soll, dass auch andere Erkrankte im Bundesgebiet von den positiven Effekten des Taiji-Trainings erfahren und daran teilhaben können.

Susanne 

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