Parkinson und wie er sich anfühlt (3/3)

Ich bin leise geworden. Bis Alf in mein Leben kam, hatte ich eine wohlklingende Stimme.

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Dumm gelaufen

oder wie die große Beule in unser Garagentor gekommen ist…

„Gefahren wird ein Auto mit den Füßen, mit den Händen wird es nur gelenkt.“ Eine in sich schlüssige Feststellung, die so formuliert auch dem eher schlichtem Gemüt zugänglich sein sollte. Mit dieser doch sehr allgemein gehaltenen Erklärung zum Autofahren wurde ich vor mehr als 40 Jahren konfrontiert und bin weit davon entfernt, diese kluge Beschreibung meines damaligen Fahrlehrers anzuzweifeln.

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Genetisch oder nicht?

Die Diagnose steht. Parkinson oder doch etwas anderes?
Ein Gentest wird es klären. Die Entscheidung war nicht einfach, möchte man doch wissen, ob man ein genetisches Problem hat oder nicht. Und was ist dann mit dem eigenen Kind? Hat man etwas weitergegeben, was man niemandem wünscht?

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Gedanken in einer schlaflosen Nacht

Was machen Parkies, wenn die Nacht zum Tag wird? Na tanzen, was sonst?

Ich hätte nie gedacht, dass ich den Walzer und die Grundschritte vom Tango ausgerechnet zwischen ein und drei Uhr nachts lernen würde. Aber so ist das unter Parkies, warum sollten wir Dinge auf den nächsten Tag schieben, wenn es in der Nacht genauso gut geht?

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Erinnert ihr euch noch an die Gerüche dieser Welt?

Wo seid ihr nur geblieben,

ihr Gerüche dieser Welt?

Wie riechst du Rose, Tulpe oder all ihr Blüten weit und breit?

Wie riechst du wilde Blumenwiese oder gar du Tannenwald?

Wie riecht ihr Tiere, sei es Hund, Pferd oder Schwein?

Wie riechst du Frühlingswind, Sommerbrise, Herbststurm oder Winterhauch?

Wie rieche ich, ihr Menschen oder gar du meine liebe Frau?

All das ist schon so weit weg, dass ich mich kaum entsinnen mag.

Wo seid ihr nur geblieben, ihr Gerüche dieser Welt?

 

Kotti

Der Tremor und der unfreiwillige Aderlass

Es begab sich zur Zeit des Kochens in einer kleinen deutschen Großstadt, als ein Parki, nennen wir ihn mal Kotti, sich in der Kunst des Salatscheidens übte. Da warf er bedingt durch Ungeschicktheit ein spitzes scharfes Messer über die Kante der Arbeitsplatte.

Im Versuch, diesem auszuweichen, damit es nicht mit der Spitze in seinem nackten Fuße zu stecken kam, traf diese stattdessen sein Schienbein, um dort eine stark blutende Wunde zu hinterlassen, was besagtem Parki aber erst im zweiten Blicke ins Auge viel.
So waren denn schon, ganz abgesehen von den Spritzern an den Unterschränken, einige blutige Lachen auf den Fliesen entstanden.

Als er sich dann in die Niederungen der Küche begab, um sitzend mit Küchentüchern die Blutung zu stoppen, setze natürlich umgehend der sonst so gut gezähmte Tremor der rechten Hand ein.

Nichts desto trotz gelang es der zitternden Hand, die Blutung einzudämmen, die Wunde zu desinfizieren, um dann, mehr oder minder gekonnt, einen kleinen Verband anzulegen.

Und was lernen wir daraus?
Du kannst deinen Tremor noch so gut unter Kontrolle haben, aber lass keinen Stress, egal welcher Art, an dich heran kommen.

Was für ein Tag.

Kotti

Neuronen und Synapsen

??‍♂️Das Neuron, die Nervenzelle, ??die Synapsen, die Schaltstelle, das ?Dopamin, der Neurotransmitter, der alles in Bewegung hält.

 

Die Neuronen rufen in den Wald,
doch die Synapsen lässt das ganze kalt.
Der Tank ist leer, der Sprit ist alle, bin zu schnell
gefahrenen in der Lebens-Rallye.
Die Leitung scheint gekappt und Tod,
das ist für Nerv und Muskel eine große Not.
Das Dopamin blind wie ein Huhn,
hat damit viel zu tun.
Die Anschlussstellen werden nicht erkannt,
wenn der Stoff ist nicht bekannt.
Doch irgendwann flutscht die Leitung doch
und alle jubeln Dopamin es lebe hoch.
Die Neuronen rufen in den Wald
und die Synapsen läßt es nicht mehr kalt.
Der Tank ist voll der Sprit, er fließt,
Morbus Parkinson, du bist und bleibst ein Biest.

 

Ella

Freezing

Festgefroren wie auf Eis, es ist Sommer und mir ist heiß, will auf meine Gartenbank, die unterm Birnbaum steht, mich setzen, an solchen Tagen ist sie durch nichts zu ersetzen.

Will mich setzen, muss nur die Beine kurz vernetzen, doch die Synapsen sind im Streit und die Gartenbank so weit. Kopf, Beine, Nerven es ist zum weinen, kann nur hoffen bis sie sich wieder einen. Im Fachjargon als Freezing bekannt, nur das Problem ist nicht gebannt.

Der Schweiß strömt mir aus allen Poren alles scheint verloren, doch muss ich meine Zeit abstehen bis meine Beine wieder gehen, um das zu wollen muss Ihnen Respekt zollen.

Ein kleiner Schritt, sich Drehen, schon könnt ich gehen, zu schön um war zu sein, lasse es sein. Ein blindes Huhn hat viel zu tun und findet es ein Stück wird es vor Freude fast verrückt. Gerate in Galopp als Peter ruft hopp la hopp und ich mich im Sauseschritt auf die Gartenbank verdrück, hier sitzen wir zu zweit, vertreiben gemeinsam uns die Zeit.

Ella

Drei Uhr Dreiunddreißig

Montag Nacht: Ich wache mitten in der Nacht auf und fühle mich top fit, unternehmungslustig, ich könnte Bäume ausreißen! Ein Blick auf die Uhr sagt mir, es ist gerade mal

3:33

Ok, theoretisch würde es sich lohnen noch ein bisschen zu schlafen. Der Wecker geht erst um 6:00 Uhr. Ich entscheide mich für das Lesen. Ein spannendes Buch. Ich lese bis 5:00 Uhr und werde dann langsam müde. Am Tag fühle ich mich wie ein Zombie, aber nach einem Becher Kaffee und dem Gang durch die Gemeinde ist alles wieder im Lot.

Dienstag Nacht: Ich habe mich selten so sehr auf mein kuscheliges Bett gefreut. Wie schön, Augen schließen und ab in den Tiefschlaf. Bis ich wieder ganz unerklärlich mitten in der Nacht wach werde, hellwach. Ein kurzer Blick auf die Uhr –

3:33

Nein, nicht schon wieder! Dieses Mal versuche ich es mit Meditation, 10 Minuten, meine Lieblings-Traumreise. Auf Wolken in den Schlaf schweben. Nichts … ich bleibe hellwach. Dieses Mal fange ich an, meinen Blog einzurichten. Um 5:30 Uhr stehe ich endgültig auf.

Mittwoch Nacht: Den gestrigen Tag habe ich leidlich überstanden. Aber ich war erstaunt, wie fit ich trotz der Umstände doch war. Dennoch war ich froh, in mein gemütliches Bett zu sinken. Ahhhh, der lang ersehnte Schlaf. Aber dann kam es wieder – in fröhlichen Ziffern –

3:33

Oh Mann! Ich komme mir langsam vor, wie in “Täglich grüßt das Murmeltier”. Wo ist bloß der “Aus”-Knopf. Ich bastele an meinem Blog, lese ein bisschen, surfe im Netz und finde heraus, dass die extremen Wachphasen in der Nacht zu den typischen Parkinson-Symptomen zählen. Über die magische Uhrzeit 3:33 Uhr dagegen finde ich nichts. Mehr oder weniger beruhigt schlafe ich um 5:30 Uhr ein.

Ich habe Glück, diese Phase ist jetzt so gut wie vorbei. Das nächste Mal bin ich besser vorbereitet: Ich habe eine Menge Haushalt und kreativer Ideen, die ich in der Nacht erledigen kann.

May Evers