Sophie und James

Miss Sophie* und Sir James sind schon ein sonderbares Pärchen.

Sie, gezeichnet vom jahrelangen Zerfall der Myelinschichten ihrer Nerven, muss sich mittlerweile überwiegend der Fortbewegung im Rollstuhl bedienen. An eine Mithilfe im häuslichen Umfeld ist kaum zu denken.

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Andere Krankheiten – wie gehe ich damit um?

Wie ihr bereits von mir wisst, ist Parkinson nicht meine einzige Krankheit.

Schon als Kind musste ich erfahren, dass krank sein keinen Spaß macht. Bei einem Sturz verletzte ich mich am Kinn, bekam eine Infektion und habe eine Narbe unter dem Kinn als Andenken. Schlüsselbeinbruch, Keuchhusten, Mittelohrvereiterung und so ging es weiter.

Meine Mutter hatte mit uns fünf Kindern viel zu tun. Meist war einer von uns krank. Von 1947 bis 1950 war ich in der TBC Heilstätte in Dresden – Loschwitz. Im Studium goss ich mir kochende Schwefelsäure über die linke Hand.

Das waren alles Krankheiten, die wieder vergingen.

Bald stellten sich welche ein, die ich nie wieder los werde. Kniearthrose, Herz – Kreislaufkrankheiten, Bluthochdruck vererbt, Bradykardie und Mister Parkinson darf nicht fehlen.

Das sind Krankheiten, die durch Medikamente in Schach gehalten werden sollen. Hier muss man auf der Hut sein, dass es nicht zu viele werden, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kennen.

Die Beipackzettel lese ich deshalb sehr genau, bevor ich die Rezepte einlöse. Viele Ärzte fragen nicht nach anderen Erkrankungen und Medikamenten. Schmerzmittel lehne ich ab.

Knie-, Schulter- und Rückenschmerzen halte ich im Griff mit Teufelskralle, Fichtennadelfranzbranntwein und Pferdesalbe, Kopfschmerzen und Schwindel mit Pfefferminzöl.

Helfen diese Mittel nicht mehr, dann erst sind Medikamente aus der Schulmedizin gefragt. Die Psyche spielt auch eine Rolle. Da kann man sich Hilfe durch die Familie, Freunde und Bekannte holen. Manchmal bewirken gut gemeinte Ratschläge das Gegenteil. Auch Ärzte können zu einer Verschlechterung beitragen. Falsch gewählte Worte verletzen und die Seele leidet, bei Anhalten dieser Verletzung reagiert der Körper.

Kranke Seele bedeutet gleich kranker Körper.

Lindi

Parkinson und andere Krankheiten

Meine erste Diagnose, viele Jahre bevor man meinem Giftzwerg auf die Spur kam, war Fibromyalgie. Man konnte nichts anderes finden, aber die undefinierbaren Schmerzen waren da.
Es traten erst leichte, später mittelschwere Depressionen auf. Das Leben machte keinen Spaß mehr. Ständig Schmerzen und kein Arzt weiß, woran es liegt. Bestimmte Punkte wurden gedrückt, ja Fibro!
Die Beschwerden meiner Füße und Knie kamen dazu sowie die Unbeweglichkeit der Finger, Arthrose. Die Gonarthrose war am heftigsten. Es folgte eine Arthroskopie mit Glättung von Meniskus und Knorpel.
Angstzustände gehörten zu meinem Leben, da es mit meiner Gesundheit immer weiter bergab ging. Die Schilddrüse musste raus und und und…

Ich merke, es tut mir nicht gut, meine Erinnerung an das Forschen nach dem “Was ist los mit mir?” zu Papier zu bringen. Ich versuche doch gerade, diesen fiesen kleinen Giftzwerg zu akzeptieren und mit ihm klar zu kommen.
Durch die starke Arthrose in den Knien und der starren Muskeln in den Oberschenkeln fällt mir das Gehen sehr schwer, es ist eine große Anstrengung.
Ich mache mir auch Gedanken, wie es weiter gehen soll, wenn ich kein Auto mehr fahren kann.

Am besten bewege ich mich im Wasser, nur darin kann ich auch sportlich sein – beinahe wie früher!Ich war Schwimmerin und fit im Geräteturnen…

Mein Fazit, ich muss jeden Tag jetzt nehmen, wie er kommt und lebe mit Fibro, Depressionen, Arthrose, Schuppenflechte und meinem Parkinson. Ich schreibe bewusst MEINEM Parkinson, weil er bei jedem anders ist. An manchen Tagen schwer zu ertragen, an anderen komme ich gut damit zurecht.
Für alles ein, zwei Pillchen und auf geht’s ins Leben hinaus, immer weiter und weiter…..bergab und bergauf!

In diesem Sinne

Bika

Ich bin dann mal weg

Das sagte einst Hape Kerkeling. Mein multitaskingfähiger Wecker klingelte und sprach gleichzeitig:”Es ist fünf Uhr.” Meine Antwort darauf: “Gehört.”- aber er reagierte nicht.
Fluchte ganz leise in die Bettdecke und musste meinen Arm unter der mit mir so angenehm verschmolzenen Bettdecke heraus ziehen und den Notausknopf drücken. Denn mittlerweile war diese zärtliche Stimme in die Dauerschleife geraten. Mir entwich für diesen Tag mein erstes AUA verbunden mit einem „Mist“. Meine Augen wollten auch noch nicht so richtig die Welt sehen.
Hier, wo ich jetzt bin, ist alles um mich herum in Ordnung. Mein Parkinson ist so ruhig, als ob er nie da gewesen wäre.

Vor ein paar Tagen habe ich erst gesagt, alles hat seine Zeit. Da wusste ich nicht, dass mein Parkinson Freunde braucht. Anstatt zu fragen: „Beate, darf ich mir Freunde einladen?“, wollte er wirklich wahre Freunde, die bleiben durften. Und wie bekommt man solche Freunde? Geht man in die Welt hinaus und sucht sie? Oder ist es Zufall und sie finden einen?
Ich denke mir, es ist Letzteres.

Das Thema „Freunde“ war schon mal sehr wichtig in meinem Leben. Ohne Familie und Freunde geht es nicht. Aber ohne Parkinson könnte ich schon leben. Er liebt mich eben und bleibt.
Treue Seele. Im vergangen Jahr wurden meine Probleme im unteren Rücken immer schlimmer.
Ich war nicht mehr so standhaft und windschnittig. Kam eher in die Schieflage. Nach einigen Ruhepausen ging es dann wieder. Ich kam mir vor wie eine 80jährige. Wenn ich auf die Füße wollte, es auch in die Startposition geschafft hatte und losgehen wollte, kam ein “Aua”.

Jetzt erstmal den richtigen Stand finden. Hüfte mal nach links und rechts schieben, Hinterteil zusammen kneifen und los. Ein paar Schritten warm laufen. Es hat geklappt. Man muss halt in Bewegung bleiben. Schade, dass der Körper doch mal Ruhe braucht. Viele Wege führen nach Rom. Ich wollte nach Rom. Fand leider nur einen Weg direkt in eine Radiologische Praxis. “CT” oder “MRT” machen, um alles abzuklären. Der beste Satz an diesem Tag war: “Bitte bleiben Sie ganz ruhig liegen und atmen Sie ganz normal!”

Ich dachte mir, was soll ich jetzt machen bei meinen unruhigen Beinen? Also ruhig bleiben und weiter atmen.

Nach dem ganzen scannen – durch-scannen.. kamen sie dann zum Vorschein, die Dinge, die kein Mensch braucht. Krankheiten. Richtig gelesen, es ist die Mehrzahl. Nach dem Motto „Nimm Zwei“. Im Doppel ist es eben billiger. Und ich nahm das, was übrig blieb. Einen vorgewölbte Bandscheibe und die berühmte Arthrose. So bin ich eben, beim Verteilen gleich ganz vorne und hinterher jammern. Im Kleingedruckten stand: „Keine Rückgabe und Jammerzurückgarantie“.

Etwas Positives haben meine beiden neuen Weggesellen. Ich brauche keine zusätzlichen Medikamente. Dafür gibt es keine. Schmerzmittel habe ich schon auf dem Plan.

Ich wollte dann mal weg. So wie Hape Kerkeling. Doch ich war nicht schnell genug und blieb dann doch und ließ mich von den Therapeuten verwöhnen. Denn egal, was wir haben und was noch kommt, ich schaue vorwärts – niemals zurück. Was war, ist vorbei. Was kommt, keine Ahnung.
Die Überraschungen sind die Dinge, die das Leben ausmacht. Manchmal lächle ich, obwohl ich innerlich schreien könnte. Dann geht eine Tür zu und eine andere auf. Beim Durchgehen der Tür, die mir das Leben neu öffnet, kann ich auch mal stolpern und manches Chaos nicht verstehen.

Aus Fehlern immer noch lernen. Auch, wenn ich hinfalle, werde ich wieder aufstehen und mit einem Lächeln nach vorne schauen. Der Weg, der mir in meinem Leben mit Parkinson und seinen Freunden eröffnet wird, wird vielleicht etwas holprig. Es ist mein Lebensweg, den ich gerne gehen werde, nur habe ich meinem Parkinson gesagt, mehr Freunde sind nicht drin. Er nahm es stillschweigend hin.

Ich sage dann doch mal … ich bin dann mal weg.

Beate

Andere Krankheiten neben Parkinson?

Ich glaube ich befinde mich auf einer Entdeckungsreise meiner selbst.

Vor circa vier Jahren bekam ich meine Parki- Diagnose. Und ich glaube, wir kennen das alle, man steht mit dem Rücken an der Wand und vor uns geht der Boden auf. Ich wusste damals, und ich denke, auch heute noch nicht, was alles damit zusammenhängt.
In meinen ersten Gesprächen mit Betroffenen aus einer Selbsthilfegruppe wurde mir schnell klar, das brodelt schon sehr viel länger in mir.

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Parkinson und andere Krankheiten

Andere Krankheiten bei Parkinson zu haben, ist nicht so einfach, denn für die meisten Ärzte ist der Schuldige schnell gefunden. Sobald sie hören, was man für Medikamente nimmt, oder dass man Parkinson hat, ist grundsätzlich Parkinson an allem Schuld. Sie können nicht richtig sehen!

Das sind die Nebenwirkungen, Sie haben Rückenschmerzen, das kommt vom Parkinson.

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