Die positiven Effekte von Parkinson (2/2)

Das geht doch bei Vielen völlig vorbei. Wenn die was mitbekommen, dann wird es entweder bezahlt, „weil das Kind eine gute Note geschrieben hat“ oder geschimpft, weil nicht (… „Warte nur bis der Papa heimkommt!“).
Und da beginnt bei mir das echte Glück durch Parkinson. Ich darf es erleben, auf Augenhöhe mit meiner Tochter zu reden und dann für alle Seiten zufriedenstellend zu entscheiden. Auch mal was zu entscheiden, was die Mama vielleicht anders entschieden hätte. Denn ich habe Zeit, ich bin einfach nur da und kann zuhören. Ich darf mit ihr und für sie kochen.

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Die positiven Effekte von Parkinson (1/2)

Ja doch, es gibt auch Positives durch Parkinson. Zwar ist es kaum vorstellbar, dass man im Zusammenhang mit Parkinson Positives berichten kann, aber es gibt sie, diese positiven Gedanken, Gefühle, Wirkungen und Ereignisse, die ich dadurch erleben durfte.

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Unite for Parkinson’s

Damit began alles!

Vor knapp einem Jahr, so kurz vor dem Welt Parkinson Tag, bin ich eher zufällig auf die FB-Seite von Christoph de Martin gestoßen. Ich war eigentlich auf der Suche nach Aktivisten und Aktionen rund um Parkinson, weil ich damals noch eine Radtour über die Alpen plante. Er hatte die Idee, ein Bild zu gestalten, wo nur die Hände der Patienten abgebildet werden.

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Trotz Parkinson, Glücklich wie nie zuvor! (Teil 2/2)

Ab dem Zeitpunkt stand ich unter ständiger Beobachtung und es wurde immer wieder überlegt, ob und wie ich zu ersetzen wäre. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meine Kollegen. Wenn diese vom Chef angesprochen wurden, kamen sie postwendend zu mir, um zu berichten. Dann kam ein Freund des Chefs darauf, mich mit Zustimmung der Behörden zu kündigen. So passierte es dann auch, nur hatte ich am Schluss nicht mehr die Kraft, auch noch für mich zu kämpfen und somit trennten wir uns „einvernehmlich“, nach mehr als achtzehn Jahren. Da ich mich nicht gegen ihn stellte und auch nicht gegen die Behörden vorgegangen bin, habe ich den Eindruck, ist bei mir die Rente relativ schnell genehmigt worden, unbefristet. Es hat lange gedauert, bis ich die Krankheit akzeptieren konnte, aber mittlerweile bin im achten Jahr Rentner und immer noch glücklich.
Ja, ich bin glücklich, glücklicher denn je!

Warum?

Eine Frau an meiner Seite zu haben, die mich unterstützt und die ich lieben darf.
Eine Tochter zu haben, die mich in meinem Sein akzeptiert.
Ein Leben zu leben, ohne Arbeitsstress und zu wissen, ich habe was erreicht.
Dem ein oder anderen Menschen zu helfen sich zu entscheiden, die THS nicht als die letzte Möglichkeit zu sehen, sondern seine Angst zu beherrschen.

Denn wer kann schon von sich behaupten, erfolgreich im Beruf gewesen zu sein und sein Kind aufwachsen zu sehen? Und das nicht wie ein Außenstehender, sondern live mitzuerleben. Das einzige, was ich schade finde ist, dass ich meiner Frau nicht der Mann sein kann, den sie verdient hätte und meiner Tochter nicht immer der Vater sein kann, den sie sich wünschen würde.
Und irgendwann, ja ich glaube daran, dass die Medizin einen Weg finden wird, uns Parkis zu helfen und ich es noch erlebe.

Tony

Trotz Parkinson, glücklich wie nie zuvor ! (Teil 1 / 2)

Begonnen hat es bei mir schon mit dreißig Jahren. Ich war damals im Außendienst für eine Firma als Radio- und Fernsehtechniker unterwegs. Ich hatte immer gerne und auch viel gearbeitet. Schließlich wollte ich meine Schulden von einer älteren Beziehung so schnell wie möglich los werden. Also sparte ich jeden Pfennig und lebte sehr spartanisch, eigentlich nur vom Trinkgeld. Dabei fiel meinen Lehrbuben auf, dass ich so gut wie nur am Kopf schwitzte. Das ging soweit, dass ich nur noch mit einem Schweißtuch (Geschirrtuch) unterwegs war, oder mit Stirnband. Irgendwann ist das zu meinem Markenzeichen geworden und es wurde zwar belächelt, doch akzeptiert.

Ich lernte meine jetzige Frau Christiane kennen, wir heirateten und wir wurden Eltern. Es war keine Zeit um krank zu sein, schließlich hatte ich jetzt Verantwortung. Ich war immer gut versorgt mit allem, was die „Apotheke meiner Frau“ für welches Zipperlein auch immer, hergab. Ich war ein williger Abnehmer und erster Tester der sogenannten Nahrungsergänzung. Nur irgendwie passte es nicht. Ich war abgeschlagen, müde, einfach kraftlos. Nur bei Stress blühte ich förmlich auf. Doch dieses Auf und Ab meiner Leistungsfähigkeit wurde langsam zum Problem und ich versuchte meine Zeit mehr zuhause zu verbringen. Durch Zufall ergab sich ein Wechsel in den Verkauf und somit hatte ich erst mal eine bessere Position, auch innerhalb der Firma. Nur meine Zipperlein wurden immer häufiger und ich wurde von Doktor zu Doktor geschickt.

Da ich immer noch als Berater und Planer von hochwertigen HiFi-Anlagen im Außendienst unterwegs war, ließ sich das gut integrieren. Meine Aufgaben wurden jedoch schnell mehr und mehr. Wenn mich mal kein Kunde oder Lehrling benötigte, baute ich, zum Teil im Laden, High-End Autoradio Anlagen ein. Nur irgendwie wurde es immer schlimmer. Meine Bewegungen wurden unmerklich langsamer, meine Oberlippe gehorchte mir nicht mehr so hundertprozentig und meine Stimme wurde immer rauer, vor allem abends. Dadurch wurde meine Aussprache immer unverständlicher und ich musste mich oft wiederholen.

Dann der nicht verstandene Schock.
So mit rund achtunddreißig Jahren die Diagnose: Parkinson…
Erstmal nur eine Feststellung und gleichzeitig Erleichterung und Schock. Ich bin doch noch jung, das ist doch eine Krankheit von Opas!
Die Diagnose behielten wir ca. ein Jahr für uns, das mit der Arbeit klappte dank der Medikation auch wieder besser und ich wurde Abteilungsleiter der damals wichtigen Telekom-Abteilung. Meinem Chef wurde irgendwann zugetragen, dass ich einen Schwerbehindertenausweis habe und als er wissen wollte warum, habe ich es ihm gesagt.

Tony

Tonys Typischer Tagesablauf

Ich wache auf, ein Blich auf den Wecker, 5:47 Uhr. Augen wieder zu, noch ein paar Minuten dösen… Meine Frau neben mir rührt sich, ich suche mit meinem rechten Bein nach ihrem, da plötzlich: Pieeep, Pieeep, Pieeep, der Wecker meiner Frau meldet sich. Mist, war gerade so schön…
Christiane gibt mir einen kleinen Schubs, bist du wach ? Nur zögerlich gebe ich Antwort, guten Morgen. Ich greife nach hinten, auf den Bettsims und suche mit der rechten Hand nach „meiner“ Fernbedienung. Klappe auf, drücken, das passiert alles noch halb automatisch. Piep, auf die Antwort warten, Piep, und dann nach oben regeln bis zum Piep Piep. Kurz liegen bleiben, dann zwei, drei Schritte zurückregeln. Ok, der Cyborg kann sich wieder bewegen, noch nicht gut aber es geht. Ich schwinge mich hoch,  Christiane kommt vom Duschen zurück, guten Morgen! Nur widerwillig kriege ich Antwort. (Morgenmuffel )

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Ein Mann, ein Fahrrad, ein Versprechen

Zuerst einmal zu mir. Ich bin fünfzig Jahre alt, Vater einer 14-jährigen Tochter und seit 15 Jahren glücklich verheiratet. Ich lebe in Altötting in Oberbayern, zwischen München und Passau. Genau in der Mitte, da wo die vielen Wallfahrer hingehen und der ein oder andere Papst sich in der Stadtchronik bereits verewigt hat. Wir hatten fast alles, um glücklich und zufrieden leben zu können. Ein ererbtes Häuschen mit Kachelofen, Sonnenterrasse und Wintergarten, ein kleines Auto, eine gute Arbeit – einfach eine kleine glückliche Familie.

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