Jeder Tag ist ein Geschenk

Lieber Mister Parkinson,
viele Krankheiten habe ich schon.
Musst dich nicht noch dazu gesellen,
möchte dir ein Bein gern stellen.
Dass du auf der Strecke bleibst.
Dir bei mir nicht die Zeit vertreibst.
Kann ohne dich viel besser leben.
Würde gern auf die Gesundheit ein Gläschen heben.
Gesundheit ist das höchste Gut.
Die Zukunft zerstörst du mir.
Ich habe auf dich eine große Wut.
Doch das nützt mir auch nicht viel.
Muss mit dir ob ich will oder nicht
spielen dieses Spiel.
Hoffe, dass ich noch viele Male gewinne
und dir damit auch entrinne.

Will nicht verzweifeln an Parkinson.
Renne ihm mit einem Lied auf den Lippen davon.
Hoffe, dass ich recht weit damit komme.
Gegen ihn gewinne.
Auf der Lebensleiter
noch so manche Sprosse erklimme.
Lasse den Kopf nicht hängen.
Wenn er mir weh tut und mich mit anderen Unannehmlichkeiten tut bedrängen,
Muss ihn akzeptieren,
auch wenn ich krieche auf allen Vieren.
Werde es versuchen und ihn auch verfluchen.
Oder nehme ich ihn als Freund an?
Wohl dem, der das kann.
So lange ich mich kann noch freuen an den kleinen Dingen,wird es Parki nicht gelingen,
mir das Leben zu vermiesen.
Werde alles was noch geht, voller Dankbarkeit genießen.

Lindi

 

 

 

Jeder Tag ist ein Geschenk

Wenn du die Augen am Morgen öffnest und erwachst, danke dafür und versuche den Tag so zu gestalten, dass du am Abend froh sagen kannst: “Danke.” Es gibt keinen zweiten Tag davon. Auch das Leben ist einmalig. Es wird dir nur einmal geschenkt. Man kann die Lebensmelodie in Dur oder Moll singen.

“Jeder Tag ist ein Geschenk” weiterlesen

Freude an kleinen Dingen

Meine Geschichte habe ich schon geschrieben. Viele von euren gelesen.

Zum Weltparkinsontag 2017 habe ich ein Gedicht geschrieben.

Zitternde Hände, wankender Schritt,

hat der eine Flasche Alkohol mit?

Ist der betrunken am helllichten Tag?

Was soll es sonst sein?

Ich werde von der Seite betrachtet,

sonst fällt ihr nichts ein.

Da ergreife ich das Wort und sage:

“Das macht mein Begleiter mit Namen Parkinson.

Das ist eine Krankheit, wer will die schon?

Schleichend werde ich kaputt gemacht.

Zitternde Hände, wankender schlürfender Schritt,

leise Stimme, nicht von der Stelle wegbewegen können.

Plötzliches Umfallen, komische Bewegungen,

das kommt vom Parki und vieles mehr.

Das Leben mit ihm fällt mir oft schwer.

Wo nehme ich die Kraft für das Leben noch her?”-

„Entschuldigung, das wusste ich nicht,

dass Parki so ein Bösewicht ist.

Ich werde nie wieder so eine Äußerung machen

und auch nicht über einen kranken Menschen lachen.“

Ja, wo nehme ich die Kraft für das Leben noch her?

Ich bin Jahrgang 1939. Habe schon ein gutes Alter erreicht.

Wenn ich mein Leben Revue passieren lasse, dann habe ich schon viel Schlimmes verkraften müssen. TBC, als Kind zwei Jahre in der Heilstätte gelegen, Vater im Krieg gefallen, Mutter mit fünf kleinen Kindern allein, aus der Heimat vertrieben, bettelarm gewesen, trotzdem gute Schulbildung, auch als Katholiken in der DDR.

Ach, und immer durch neue Krankheiten geplagt, durch’s Studium gekämpft, selbst vier Kinder groß gezogen und alle vier studieren lassen.

Das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann, ist ein Kind zu verlieren. Mein erstes Kind wurde kurz nach Beendigung des Studiums ein Opfer seiner Hilfsbereitschaft.

Meine Schwiegertochter meinte :”Du bist ein Kämpfertyp!”

Wo nehme ich die Kraft zum Leben noch her?

Freude an den kleinen Dingen, Blumen, Tiere oder Naturwunder, Landschaften. Als Kinder haben wir viel gesungen und das mache ich jeden Tag. Mein Leben war bisher mit vielen Opfern verbunden.

Nun wollte ich mir noch ein bisschen die Welt ansehen, Länder und Menschen kennen lernen. Parkinson hat mir einen Strich durch meine Wünsche gemacht.

Ich werde nicht verzweifeln, sondern das noch unternehmen was möglich ist.

Zufriedenheit ist die beste Kraftquelle für das Leben.

 

Lindi