Komplementärmedizin! Was ist das?

Das Jahr 2011, 6 Jahre nach der Diagnose, war in jeder Hinsicht ein bewegtes Jahr. Ich habe mich, meine Kräfte (physisch und psychisch), die Enerige und Geduld meiner Familie und meiner Freunde auf das Äußerste strapaziert. Was ich zunächst nicht sehen wollte, wurde im Sommerurlaub zur Gewissheit. Mein unkontrollierter Tablettenkonsum wurde mir zum Verhängnis. Ich bin zusammengebrochen und in einem französischen Krankenhaus stationär behandelt worden.

Wieder zuhause angekommen, begab ich mich in das ev. Krankenhaus in Hattingen. Dort wird nach dem Prinzip der Komplementärmedizin therapiert, wobei Schulmedizin durch ayurvedische Komponenten ergänzt wird. Das Zauberwort hieß für mich sehr schnell MUCUNA PRURIENS!

Gehört hatte ich von dieser Bohne schon mal, hier kam ich in den Genuss des Ausprobierens. Was soll ich sagen, es wirkte sehr gut. Ich konnte die Einnahme meiner Tabletten um 50% reduzieren. Die kompletten Nebenwirkungen, durch den zu hohen Tablettenmix, waren weg. Meine Impulskontrollstörungen, meine einhergehenden psychischen Problem gehörten der Vergangenheit an.

Meinen Job konnte ich wieder in vollem Umfang aufnehmen. Die Beschaffung von Mucuna P. erwies sich nicht so schwierig wie angenommen. Zum Glück führten viele Onlineshops unter verschiedenen Namen das Pulver. Lediglich die Dosierung und die Handhabung war nicht so “bequem”, musste ich das Pulver aufgelöst einnehmen. Zuhause keine große Sache. Unterwegs schon eine kleine logistische Herausforderung. Doch ich perfektionierte den Transport und die Handhabung immer mehr, bis es schließlich zur Routine wurde.

Das KH Hattingen mit der Komplementärmedizin hat entscheidend zu meiner Arbeitsfähigkeit beigetragen. Ich wiederholte, nach 2011 die Komplexbehandlung in den Jahren 2012, 2013 und 2014. Ich möchte nicht, dass der Eindruck eines Werbeschreibens für Hattingen entsteht, es gibt auch Patienten, die mit der dortigen Behandlung nichts anfangen konnten. Der Behandlungserfolg ist immer eine subjektive und eine sehr individuelle Größe. Ich freue mich- diesmal mit THS- auf November 2018, denn da bin ich wieder in Hattingen!

Karl

Die Augenblicke des Glücks

Hat das Glück mich verlassen am Tag, als die Diagnose kam? Macht das Glück seitdem einen Bogen um mich herum? Bin ich überhaupt noch in der Lage, Glück zu empfinden? Aber ja und zwar viel intensiver als je zuvor. Der Moment des Wachwerdens nach der THS OP (Tiefe Hirn Stimulation) war ein solcher Glücksmoment.

Es fing ganz vorsichtig an. Die Augen geschlossen, denn was ich nicht sehen kann, ist nicht da. Was nicht da ist, kann nicht schmerzen. Was nicht schmerzt, muss in Ordnung sein. Was ist Ordnung ist, funktioniert einwandfrei. Also Augen zu und testen. Wie schon in den Wachphasen während der OP zunächst die Finger bewegen, aber nur ganz wenig und ganz langsam. Perfekt! Finger da, Hand da, Arm da. Ich fühle links und rechts. Die Augen bleiben getreu dem Vorsatz, was ich nicht sehe, das…… geschlossen. Dann mutiger und die Hände wandern in Richtung Beine. Ja hurra, ich fühle beide Beine und noch mutiger, ich bewege meine Zehen, die Füße und stelle fest, es funktioniert.
Erleichterung macht sich breit. Ich fühle meine Hände, Arme, Zehen, Füße, Beine, den Rumpf und irgendwie den ganzen Körper. Glück? Noch nicht, denn die Augen sind noch geschlossen. Kann ich richtig sehen oder sehe ich unscharf wie in der der Testphase während der OP? Was ist mit sprechen? Ich entscheide mich für eine kurze Sprachprobe bei geschlossenen Augen. Wie schon bei der OP, nenne ich die Wochentage. Der Montag ist noch ganz leise und unsicher, der Donnerstag laut und deutlich. Das warme Gefühl des Glücks erobert meinen Körper, doch da sind noch die geschlossenen Augen. Ich bremse mein Glück noch etwas und überlege. Augen ganz vorsichtig öffnen oder spontan und entschlossen aufreißen. Doch bevor ich die Entscheidung treffe, höre ich
Stimmen und öffne meine Augen, um zu sehen wer da kommt. Ich sehe zwei der OP-Assistenten klar und deutlich!

Jetzt ist es da, das GLÜCK!

Karl

Renesse in Holland

Renessee

Du kannst doch nicht Pfingsten nach Renesse fahren, sagte ein Freund. Dort ist alles voll mit jungen Leuten, die feiern wollen, da kriegst du kein Bein auf die Erde. Es war voll, aber nur zwischen 20:00 und 3:00 Uhr im Centrum.

DiegoWir haben zu viert plus Diego ( unser Australien Shepherd) einen Bungalow in einem der Bungalowparks gemietet. Drei Schlafräume, Wohnküche, Bad und für Hundefreunde wichtig ein eingezäunter Garten. Im Schuppen 6 Fahrräder zu unserer Verfügung.

Klasse! Der Weg zum Strand angenehme 15 Min zu Fuß ( je nach Gehfähigkeit + – 5 Min). Der Strand ist sauber, je nach Gezeiten sehr breit und sandig. Der Zugang zum Meer ist flach. Einen Pluspunkt, für viele von uns wichtig, erntet Renesse mit kostenlosen Strand-Rollstühlen, die an den großen Strandcafes stehen. Zum Ort sind wir nur zum ersten Einkauf mit dem PkW gefahren, ansonsten gemütlich in 10-15 Min mit dem Rad. Auch die Umgebung von Renesse ist sehr schön. Täglich wechselnde Märkte mit Obst, Gemüse und jeder Menge Schnickschnack warten auf die Besucher. Fazit, jeder Zeit gerne, ob für ein paar Tage zwischendurch oder für einen ausgedehnten Urlaub.

Renesse ist eine Reise wert.

 

…..noch lange nicht überzeugt

….und wie gehe ich jetzt mit ihm um, mit diesem Parkinson? So richtig überzeugt haben mich weder ein DAT-Scan, noch die Wort von Dr. L. Die Tabletten habe ich zwar bekommen, genommen jedoch nicht! Ich war überzeugt die Krankheit mit der Tabletteneinnahme zu bestätigen. Die Taktik des Verdrängens wurde also aktiviert. Keine Tabletten, kein Parkinson, es wird schon wieder, dachte ich. Meine Frau musste ein „Schweigegelöbnis“ leisten, mit niemanden und ich meinte mit niemanden, also weder mit der Familie noch mit Freunde, darüber zu sprechen. Zum Glück jedoch gibt es Dr. Google, der kennt Wege und Möglichkeiten mit jeder Krankheit fertig zu werden……

Und so saß ich eines Tages im Zug nach Magdeburg, voller Hoffnung und Optimismus und der Überzeugung, dass die Diagnose Parkinson bald der Geschichte angehört. Unzählige Akupunkturnadeln wurden in meine Ohrmuscheln gesetzt und ich fühlte, wie meine Beweglichkeit leichter und schneller wurde. Den Grund merkte ich erst auf dem Heimweg. Mein Portemonnaie war leer und drückte in der Hosentasche nicht mehr. Mein Fazit des Ausfluges nach Magdeburg war, viel Edelmetall, kein Nutzen, leere Geldbörse. Ein paar Monate später kam noch Post von der Polizei Magdeburg mit der Aufforderung, die Modalitäten für die Bezahlung der Akupunktur offen zu legen.

Wenige Monate Monate später dann doch die erste Sifrol und sehe da, es fühlte sich gut an. Meine rechte Hand konnte plötzlich wieder schrauben, schreiben, Zähne putzen. Das Wort „Parkinson“ war jedoch immer noch ein „verbotenes“ Wort, das auszusprechen sich nicht schickte……..für die nächsten drei Jahre!

Karl

Ich fühlte mich unverwundbar, unzerstörbar…

…und keine Krankheit der Welt könnte mir was. Habe ich gedacht, nein ich wusste es sogar. Dann kam der Tag, vor meinem 37ten Geburtstag. Ich wollte ein Schloss in die Zimmertür einbauen aber ich konnte den Schraubendreher nicht an die Schraube ansetzen. Der Schlitz in der Schraube war plötzlich so klein und als ich ihn traf, konnte ich die Hand nicht drehen. Sehnenscheidenentzündung war meine Diagnose, schließlich sind wir gerade umgezogen und ich musste einiges schleppen.

Karl