Manchmal muss man etwas verändern

Vor circa vier Jahren erhielt ich die Diagnose Parkinson. Bumm, man wird an die Wand gestellt und vor einem öffnet sich ein großen Loch.
Dann sagte der Doc, es muss gar nicht schlimmer werden, wir werden Sie einstellen und dann kann es sein, dass es für lange Zeit ganz gut weiter geht. Heute denke ich, er wollte mich nur beruhigen.
Ich habe also auf der Arbeit viel umgestellt, mich gefragt, was ist wichtig und was möchte *ICH*.

“Manchmal muss man etwas verändern” weiterlesen

Andere Krankheiten neben Parkinson?

Ich glaube ich befinde mich auf einer Entdeckungsreise meiner selbst.

Vor circa vier Jahren bekam ich meine Parki- Diagnose. Und ich glaube, wir kennen das alle, man steht mit dem Rücken an der Wand und vor uns geht der Boden auf. Ich wusste damals, und ich denke, auch heute noch nicht, was alles damit zusammenhängt.
In meinen ersten Gesprächen mit Betroffenen aus einer Selbsthilfegruppe wurde mir schnell klar, das brodelt schon sehr viel länger in mir.

“Andere Krankheiten neben Parkinson?” weiterlesen

Irgendwie ist alles anders

Schon oft habe ich erzählt, dass ich sehr lange im Einzelhandel selbstständig war und ich habe es geliebt: Die Verantwortung, Entscheidungen zu treffen, beispielsweise für wen ich arbeite und in welchen Geschäften und natürlich auch die Organisation für meine Mitarbeiter und meine Firma.

“Irgendwie ist alles anders” weiterlesen

Ängste und Hoffnung

Hoffnung

Ich hoffe, dass mein Parki sich mal ein wenig zurückhält. Ich möchte die Dinge, welche ich jetzt mache, noch lange lange so weiter ausführen.

Da ist meine Arbeit, welche mir viel Spaß macht. Und natürlich die Projekte, an denen ich teil- nehme wie zum Beispiel das Theaterstück : the other me :, das wir im März aufführen.

Ich hoffe, dass die Medizin weiterkommt und ich die Menge der Pillen nicht so rasant erhöhen muss, was mich wirklich ankotzt, denn oft komme ich gerade auf der Arbeit mit der Einnahme nicht klar. Ich habe viele tolle Leute kennengelernt und freue mich, wenn wir uns treffen und dann nicht immer der Parki im Focus steht.

Ich persönlich möchte noch viel reisen, in den Jahren der Selbstständigkeit habe ich dies immer nach hinten geschoben. Heute weiß ich, wie schön das ist und kann es sehr genießen.

Ängste

Ich bin jemand, der gerne einen Plan hätte, wie es weiter geht. Hierfür ist der Parki gar nicht  geeignet. Ich hasse es, morgens als erstes an die Pillen zu denken und tagsüber manchmal so wirr durch die Gegend zu laufen, als sei ich nicht anwesend. Viele kleine, aber sehr viele Dinge musste ich im Ablauf auf der Arbeit ändern und wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich Angst, wie lange ich meine Arbeit noch so ausführen kann.

Einiges von meinen Hobbys habe ich in den letzten zwei Jahren sehr eingeschränkt. Und ja, genau davor habe ich Angst. Eine Freundin fragte mich neulich, ob ich was Neues hätte, das ich dann machen möchte…. bis heute denke ich – ohne Antwort – oft darüber nach.

Und schiebe das vor mir her.

Gisela

Ich möchte meine Kaftquellen teilen (Teil 2 / 2)

Die andere Quelle hat irgendwie mit mir zu tun.

Was???

2011 Hatte ich mich mit dem EHEC- Virus angesteckt. Ich musste ins Krankenhaus und der Doc sagte: “Wenn wir nichts tun, haben Sie noch fünf Stunden zu leben.” Das war mal eine Ansage — mein erster Gedanke war: Was muss ich noch alles arbeitsmäßig erledigen?

Angst .. Panik… Termine…. Hilfe….was nun?

“Ich möchte meine Kaftquellen teilen (Teil 2 / 2)” weiterlesen

Ich möchte meine Kraftquellen teilen (Teil 1/2)

Zum einen ist es meine Arbeit. Hört sich vielleicht komisch an. Ich versuch es mal zu erläutern:
Ich war sehr lange (so um die 20 Jahre ) Selbstständig im Einzelhandel. Ich bin in verschiedene Märkte gefahren und habe dort, je nach Auftraggeber, die Ware verräumt, Bestellungen gemacht und mit Abteilungsleiter/innen besprochen was anliegt. Es hat riesen Spaß gemacht. Vor allem wenn man akzeptiert wird und im Verkauf etwas bewegen kann. Es gab nur wenige Personen, vor denen ich mich rechtfertigen musste. —

“Ich möchte meine Kraftquellen teilen (Teil 1/2)” weiterlesen

Wann sage ich es wem?

Im Jahr 2010, also lange vor der ärztlichen Diagnose, waren die ersten Symptome sichtbar.

Alles fing damit an, dass ich beispielsweise eine Zeitung nicht mehr ruhig halten konnte. Die linke Hand zitterte ständig.
Wie schon zuvor berichtet, war ich zu dem Zeitpunkt selbstständig im Einzelhandel und habe es dem Stress zugeordnet. Mitarbeitern und Kollegen konnte ich das so ganz gut verkaufen. Es tat nicht weh und ich hatte wirklich keine Lust auf lange Arzttermine und das ganze Drumherum.

“Wann sage ich es wem?” weiterlesen

Also, die Diagnose steht : PARKINSON

Jetzt bin mal ich dran. Ich muss mir überlegen, wie ich damit umgehe. Es scheint so, als ob ich IHN nicht wieder los werde. Ich habe also viel gelesen, nicht im Internet, das hat mich, wenn ich reingeschaut habe, nur noch weiter runter gezogen. Wie gesagt, viel verstanden habe ich nicht.

“Also, die Diagnose steht : PARKINSON” weiterlesen

Schwarz auf Weiß, und jetzt?

Nach vielen Untersuchungen und immer wieder dem Satz „Parkinson kann es nicht sein.“, steht es nun da, dieses Wort, welches nicht da stehen sollte, und ich habe das Gefühl, es wird immer größer. Alles darunter, davor und dahinter ist kaum zu erkennen, außer PARKINSON. Der Doc versucht es zu erklären, aber irgendwie höre ich nur noch die Hälfte. Wo bleibt der Satzteil – das ist es aber wohl nicht – ich schaue ihn an und hoffe, er nimmt den Zettel und sagt sorry, der ist nicht für Sie. Dann versuche ich zuzuhören : es ist noch sehr weit am Anfang und mit den richtigen Medikamenten muss es nicht schlimmer werden, ich muss mich halt “beobachten” .

Wir gehen noch mal meinen Tageslauf durch und dann sagt er: “wir fangen erstmals mit acht Tabletten an”. Und nun weiß ich nicht, was schlimmer war, Parkinson oder regelmäßig acht Tabletten. Wieder hatte ich den Wunsch, nicht zuhören zu müssen. Er sagte, das wäre ja auch nur für den Anfang, bis ich mich an die Einnahme der wichtigen Tabletten gewöhnt habe, dann könnten wir das auf etwa drei bis fünf reduzieren. Ich wollte das alles nicht hören, nahm den Zettel mit der Diagnose, mein Rezept und wollte ganz schnell weg. Der Doc hielt mir die Tür auf: wenn irgendwas ist rufen Sie bitte an. “Schwarz auf Weiß, und jetzt?” weiterlesen

Manchmal ist weniger mehr…

Ich habe drei gute Freunde, welche immer für mich da sind. Manchmal hören sie sich einfach nur meine Ängste an, manchmal bekomme ich gute schlaue Ratschläge, die ich nicht immer umsetzten kann, aber viel wichtiger ist, sie sind einfach da.

Als ich die Diagnose bekommen habe, hörten sie mir zu, ohne Fragen zu stellen. Ich wusste doch selber nichts.

Dann haben wir geredet über alles Mögliche und natürlich auch über den Parki.

Meine Freunde kennen mich und haben mich zum Nachdenken aufgefordert. Es muss weitergehen!

Es liegt in meiner Hand, was ich daraus mache. Ich habe meinen Job, der mir Spaß macht und ich muss mir Zeit nehmen für mich und die Dinge, die ich möchte.

Nie hätte ich gedacht, dass es funktioniert.

Ich merke bei der Arbeit, dass ich das Tempo bestimme und es geht mir gut dabei.

Ich liebe meinen Job und der Parki ist “nur” Begleitung.

Und dann sind da die neuen Freunde.

Menschen wie ich, welche ich so, wohl nie kennen gelernt hätte und die mir heute so wichtig geworden sind.

Die meisten habe ich beim Tanzen kennengelernt. Wir hatten sofort eine gemeinsame Basis.

Auch wenn der Parki das gemeinsame Projekt ist, möchte ich diese Freunde nicht mehr missen.

Heute treffe ich mich manchmal mit genau diesen Leuten einfach nur so. Wir reden und oft finden wir Gemeinsamkeiten, welche nichts mit dem Parki zu tun haben. Manche machen so tolle Dinge, dass ich nur sage, wow, wo habt ihr die Zeit und das Wissen her?

Ich spüre, wie ich versuche, diese “neuen” Dinge aufzunehmen. Ich finde es toll, solche Leute zu meinem Bekanntenkreis zählen zu dürfen.

Manchmal holen gerade diese Leute mich aus meine einsamen Gedanken.

Ich möchte euch einmal DANKE sagen.

Gisela