Persönlichkeiten

„Diese Therapie wird Ihre Lebensqualität verbessern“.

Ich sah den Professor, der mir hinter einem großen alten Schreibtisch entfernt gegenüber saß, verwundert an. Hatte ich nicht gerade in meinem mündlichen Krankheitsbericht, den ich zu geben aufgefordert war, ausdrücklich betont, dass ich keinen großen Verlust an Lebensqualität zu beklagen habe?

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Dumm gelaufen

oder wie die große Beule in unser Garagentor gekommen ist…

„Gefahren wird ein Auto mit den Füßen, mit den Händen wird es nur gelenkt.“ Eine in sich schlüssige Feststellung, die so formuliert auch dem eher schlichtem Gemüt zugänglich sein sollte. Mit dieser doch sehr allgemein gehaltenen Erklärung zum Autofahren wurde ich vor mehr als 40 Jahren konfrontiert und bin weit davon entfernt, diese kluge Beschreibung meines damaligen Fahrlehrers anzuzweifeln.

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Verhaftet, jedenfalls beinahe (Teil 3/3)

Unfähig, irgendetwas Verständliches von mir zu geben, schluchzte ich wohl derart Mitleid erregend ins Telefon, dass selbst das hartgesottene BKA meinen Zustand erfühlen konnte, mitleidsvoll versuchte man mich zu trösten: „Nun machen sie sich mal nicht verrückt!“, vernahm ich die Stimme der Kriminalbehörde. „Schicken Sie mir mal bis morgen früh alle Unterlagen, die Sie vom Teppichkauf haben, ich rede dann mit der türkischen Dienststelle und wenn wir Glück haben setzt die Behörde dann den Strafbefehl aus.“ “Verhaftet, jedenfalls beinahe (Teil 3/3)” weiterlesen

Verhaftet, jedenfalls beinahe (Teil 2/3)

Unfähig, mit klaren Sinnen zu denken, viel weniger noch in klaren Worten zu reden, unmöglich etwas leserlich aufzuschreiben, hämmerte mir mein Hirn mit ultrakurzer Wiedervorlagezeit den Begriff „internationaler Haftbefehl“ in den Kopf, immer wieder.

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Unter Spannung

Der Tacho zeigt 20, ich quäl mich dahin,
der Wind bläst von vorne, mehr ist einfach nicht drin

Es pocht mir das Herz, ich trete und schwitze,
ganz nass auch der Sattel, auf dem ich hier sitze.

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Verhaftet, jedenfalls beinahe (Teil 1/3)

Es war am Freitag, letzte Woche Freitag, ich bin gerade vom Sport zurück, selbstredend, dass ich in solchen Fällen mit dem Fahrrad fahre, also ich.. durchgeschwitzt und auf dem Weg zur Dusche, zunächst also, alles wie immer… da klingelte das Telefon.

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Nur eine Nacht (Teil 3/ 3)

Quälend langsam drehten sich die Uhrzeiger auf halb eins, die Stunde meiner zugesagten Operation. Nix passierte, fast nichts, mein Hunger stieg und mein Groll auch. Als ich um ein Uhr immer noch nicht abgeholt wurde, zog ich das hinten zugebundene Nachthemd über den Kopf und schmiss mich in meinen Trainingsanzug. Offensichtlich hatte man mich vergessen. Ich ging zum Zimmer der Wachhabenden und erkundigte mich zu meinem Fall.

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Nur eine Nacht (Teil 2 / 3)

So gingen die Tage ins Land, Weihnachten und Silvester sind abgefeiert und ich setze mit dem 3. Januar, dem Tag vor der Pickelentfernung, mit dem Anruf bei der Krankenhaussekretärin wieder auf. Freundlich wünschen wir uns gegenseitig das Beste für das neue Jahr und die Planung sieht vor, dass ich um 12:30 Uhr „dran“ bin und ich mich infolgedessen um 10:30 Uhr einzufinden hätte. Niemand wollte sich daran erinnern, dass ich, aufgrund meiner langjährigen Parkinson-Karriere, um die Berücksichtigung eines frühen Termins bei den Vorbesprechungen gebeten hatte. Ich sollte ja nüchtern erscheinen. Die zeitlich enge Terminlogistik mit dem Zugriff auf die Operationssäle sei mit einer Vielzahl von Einflussgrößen verzahnt, sodass eine kurzzeitige Verschiebung des ausgewiesenen Termins unmöglich sei.

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Nur eine Nacht (Teil 1 / 3)

Nun ist es nicht so, dass ich Angst davor hatte, mir war nur ein bisschen mulmig, als ich das ausgefüllte Formular mit der Aufschrift „Einweisung“ in den Händen hielt. Wer begibt sich schon gern in ein Krankenhaus? Gern hätte ich auf diese Erfahrung verzichtet und da hilft es auch nicht, dass unser deutsches Gesundheitssystem vielschichtig gelobt wird.

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Selbsthilfe

Im gesamten Komplex der Gesundheitsindustrie ist die Selbsthilfe inzwischen zu einem festen und wichtigen Element geworden. Sie ist für viele Patienten ein alternativloses Angebot, unter den Bedingungen einer oft schweren oder chronischen Erkrankung, nicht allein gelassen zu werden. Selbsthilfe ist nicht egoistisch, sondern lebt im Wesentlichen von der Teilhabe an den Problemen anderer Menschen. Der selbst an Krebs erkrankte und inzwischen verstorbene frühere französische Präsident Mitterand hat es einmal treffend formuliert, indem er sagte: „Das eigene Schicksal ist schon irgendwie zu ertragen, das der Anderen schon nicht mehr so.“

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