Outing – Man (n) fällt aus der Norm

Outing steht für „anders sein“ – „nicht der Norm entsprechen“. Es ist wie als ob man z.B. Homosexuell wäre. Sie outen sich auch. Muss man sich Outen? Herr Wowereit, ehemaliger Bürgermeister von Berlin, stellte sich hin und sagte: „Ich bin Schwul und das ist gut so“. Er hat für Aufsehen und Zündstoff gesorgt.

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Wie trennt sich Spreu vom Weizen?

Freunde und Parkinson

oder

Wie trennt sich Spreu vom Weizen?

Freunde – Freundschaft !?
Sollte ein Freund eine Freundschaft überdenken, wenn der Freund oder die Freundin „KRANK“ geworden ist? Ist sie dadurch weniger wert? Oder ist es ganz einfach nur Angst – nicht helfen zu können bei einer Krankheit wie „Morbus Parkinson“? Bin ich da als Freund überfordert?
Fragen über Fragen, die einen überrollen, wenn man den Freunden die Diagnose mitteilt.
Den Schrecken in deren Gesichtern vergisst man so schnell nicht. Die Stille. Ich hatte das Gefühl, der Raum verlor an Wärme und Gemütlichkeit. Der sogenannte „Schritt Rückwärts“ oder auch „Abwenden“ genannt ging so schnell. Aus engen, langjährigen Freunden wurden Zaungucker.
Mein Parkinson hatte die Fähigkeit, die Spreu vom Weizen (ein alter Spruch) zu trennen. Irgendwie kam es mir vor, als ob ich vergessen hatte, den Weizen zu säen.

Die besten Freunde kamen nicht mehr. Gingen einem aus dem Weg und wechselten die Straßenseite. Warum? Die Fragte war überflüssig. Wenn ich dem Gerede und Tratsch, die über mich im Umlauf waren, eine Bedeutung beigemessen hätte, hätte ich gewusst, sie waren alle bestens informiert.
Es ist wirklich was dran. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Jetzt sollte ich mal „Butter bei die Fische“ geben und erzählen, was man so herausgefunden hatte – als Freund .. es war unglaublich. Es zaubert mir immer noch ein Lächeln ins Gesicht. “Wie trennt sich Spreu vom Weizen?” weiterlesen

Fünf Jahre danach …

Es ist mittlerweile fünf Jahre her, als ich nach gefühlten 100 Jahren die endgültige Diagnose Morbus Parkinson bekam. Ich war so richtig froh und glücklich. Die meisten Personen in meinem Umfeld verstanden mich nicht. Wie konnte ich lachen und glücklich sein über eine Diagnose? Morbus Parkinson eine unheilbare Nervenkrankheit. Diese Diagnose brachte mich in mein Leben zurück. Die Medikamente machten aus mir wieder einen Menschen. Ich wurde vom krummen, schlurfenden, gesichtslosen Menschen mit leiser piepsiger Stimme und unleserlicher Schrift zu einem Menschen, der wieder am normalen Leben teilnehmen konnte und wollte. Dass sich mein Leben ändern würde, war mir klar. Dass es sich so radikal ändern würde, allerdings nicht. Nachdem ich die ersten Einheiten von meinen Parkinson-Medikamenten bekam, war es, als ob ich aus einem Dämmerschlaf aufgewacht wäre. Meine Augen gingen wie in Zeitlupe auf und ich nahm mein Umfeld wieder war. Es bekam alles wieder Farbe.

Ich wollte leben. Mein Leben, mein einziges Leben, was ich je haben werde, wollte ich wiederhaben. Nein – ich wollte es weiter (er)leben, die Jahre, die mir genommen wurden, durch falsche Diagnosen, bekam ich nicht wieder. Die Jahre waren vorbei, aber nicht vergessen. Zurückholen ging nicht und wollte ich es überhaupt? Nein. Meine Schwellenangst, so nannte ich es. Der Gang nach draußen war eine Überwindung, die ich Schritt für Schritt, tagein tagaus üben musste. Ich nahm Fahrstunden, um wieder die größte Unabhängigkeit, die der Mensch je hatte und immer noch hat, einen PKW zu lenken, nicht aufzugeben.

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