Das ist jetzt mein neues Leben mit einem kranken Ehemann ( Teil 3 )

Es ist wirklich nicht schön, aber man muss im Leben eben immer weiter machen. Ich höre mich jetzt wirklich an, wie eine Frau der das alles zuviel ist. Richtig, ist es auch, aber es ist wirklich sehr schwer, wenn sich das ganze Leben verändert.

Es ist jeden Tag eine Herrausforderung des Lebens, dieses auch zu meistern. Es fängt morgens an und hört erst am späten Abend auf. Das Eheleben ist in meinen Augen nicht mehr vorhanden. Ich habe das Gefühl, dass ich nur noch eine Krankenschwester für Ihn bin. Das ganze Problem ist, er hat auch keine Freude mehr am Leben, sitzt den ganzen Tag – wenn ich nicht da bin – da und kann nichts mit sich anfangen. Ich möchte garnicht wissen, was er den ganzen Tag macht. Ich bin noch Berufstätig in Vollzeit. Und ich muss sagen, dass ich sehr gerne arbeiten gehe. Ich glaube, sonst würde ich die gesamte Situation nicht aushalten können.
Es hört sich sehr schlimm an, aber leider ist es so. Ich liebe meinen Mann sehr, aber ich hadere mit der gesamten Situation. Ich bin mittlerweile schon so weit, dass ich echt überlege, endlich mal alleine in den Urlaub zu fahren. Es ist schlimm, dass man so denkt, aber ich brauche eine Auszeit. Vor vier Jahren hätte ich jedem gesagt ich fahre nie alleine in den Urlaub, aber jetzt werde ich es in Angriff nehmen. Und ich fahre alleine in den Urlaub, und ich hoffe, dass ich mich auch wirklich erholen kann, da ich es echt brauche. Sonst lande ich bald selber im Krankenhaus.

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Das Beste ist aber… (Teil II)

Jetzt kam bei mir die Erkenntnis der Bemutterung. Das heißt, ich nahm Ihm alles ab aus angst, dass er etwas falsch machen könnte ( hat er ja früher auch). Ich fing an, mich über diese Krankheit  zu informieren – über das Internet. Sollte man lieber lassen, man findet so viele verschiede Therapien und viele Medikamente und meint,  dass man dies dann auch umsetzten kann ( nee kann man nicht, man ist kein Arzt).

Ich habe sehr viel falsch gemacht und habe mich auch sehr bemitleidet. Mir ging es immer schlechter und schlechter und das schlimmste dabei ist, ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, da ich ja jetzt für alles alleine verantwortlich bin. Das war aber nur ein Gefühl, das ich hatte.

Es wurde mir auch eingeredet: Ich bin in den Augen anderer Leute eine schlechte Ehefrau, da ich meinen Job nicht aufgegeben habe. Aber ich habe auch ein Leben und ich gehe seit meinem 20en Lebensjahr arbeiten und dies sehr gerne. Wie jeder weiß, muss man ja auch arbeiten, um zu leben.

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Die Erkenntnis, dass unser Leben nicht mehr so sein wird, wie es war (Teil I)

Mein Mann, 55 Jahre, war immer ein toller Mann mit viel Elan. Er war 45 Jahre als Mechaniker unterwegs. Echt, ein toller Mann.

Dann kamen Jahre die wir uns nicht erklären konnten. Er war müde, machte viele Fehler und er wurde sehr langsam. Wir konnten es uns nicht erklären – mein Sohn und ich. Das Autofahren und Motorradfahren war sein Hobby, aber auch das ließ nach. Er war immer sehr ordentlich, auch dies ließ nach. Der Ärger war bei uns in der Ehe vorprogrammiert, sie lief nicht mehr gut. Meinem Mann war alles egal geworden und zum guten Schluss fingen die Probleme auch in der Firma an. Ihm wurde drei mal fristlos gekündigt, seine Firma kam aber nicht damit durch.

Jetzt war Schluss mit lustig und ich schickte meinen Mann zum Arzt. Keiner hat etwas gefunden. Einer sagte dann es seien Depressionen. Haha: Männer haben keine Depressionen!

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