Schreiben oder Therapie?

1000 Fragen , 1000 Ängste, 1000 Sorgen. Das hat man nach der Diagnose.
Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll! Dank Kotti habe ich das Buch Dopamin gefunden. Ich las fleißig mit und war erleichtert, dass die anderen auch diese Sorgen hatten. Und die ersten Dinge erklärten sich beim Lesen.


Das ich mal mitschreiben würde, hätte ich nie gedacht. Ich habe LRS und schreiben war nie meine Stärke. Und nun schreibe ich. Nicht nur hier, auch für mich. Meine eigene Geschichte habe ich angefangen aufzuschreiben und ich muss sagen, es ist sehr erleichternd.
130 Seiten sind es nun schon. Meine Erinnerungen aufzuschreiben ist sehr befreiend, aber auch sehr anstrengend und oft auch sehr amüsant. Ein Wechselbad der Gefühle ist das Schreiben für mich. Ich sage klar: Für mich ist es eine Schreibtherapie.
Was mich stört, belastet oder auch freut – darüber nur nachzudenken nimmt mich zu sehr mit.
Wenn ich mich hinsetze und schreibe, dann lasse ich einfach meine Gedanken raus, ich schreibe was ich gerade denke, ohne es zu hinterfragen oder zu korrigieren.
Ein Text entsteht bei mir also immer aus den aktuellen Gedanken.
Deswegen hat die liebe Claudia auch immer so viel zu tun bei mir. Sie sagte mal „ Nein, nicht simpel. Du denkst und schreibst sehr komplex. Ich musste eher die langen Sätze unterteilen und den Text, der so in einem Rutsch raussprudelte, in Abschnitte aufteilen, damit der Leser mitkommt.” 🙂

Ich kann nur sagen: versucht es, traut euch, schreibt einfach, es gibt kein richtig oder falsch, jeder hat seine Denk- bzw. Schreibweise.
Aber wenn es euch das bringt, was es mir in meiner Krankheitsbewältigung gebracht hat, dann kann es nur gut sein.
Denn jedes Wort kann auch befreiend sein. Denn über Gefühle, Sorgen und Ängste möchte nicht jeder sprechen oder was hören. Ein Blatt Papier wiederum, nimmt alles so hin ohne zu hinterfragen, warum man das erlebte hat.
Es schweigt und du kannst deine Gedanken ohne Störungen sortieren.
Das Buch Dopamin hat mich also auf den Weg gebracht meine Diagnose zu verstehen und zu verarbeiten. Ich danke euch Vieren dafür, dass ihr mir und vielen anderen die Möglichkeit dazu gebt.

Und euch allen kann ich nur einen Tipp geben:
Setzt euch hin und versucht es, fangt einfach an zu scheiben. Der Seele kann es nur gut tun.

Dini