Probieren geht über studieren (Teil 1 / 3)

Ich hatte mit meinem Neurologen damals einen echten Glücksgriff getan, nach dem Motto „Ein blindes Huhn findet auch mal ‘n Korn“.

Es erstaunte mich, als ich erfuhr, dass er ein Arzt mit Kenntnissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist.
Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Buchstaben flossen damals aus der Öffnung unterhalb meiner Nase, die sich zu einem Satz zusammensetzten und mich irgendwie in ein kleines Fettnäpfchen treten ließen: „Das sagen Sie erst jetzt?“.
Homöopathie, wie man es so schön nennt, ist eben keine Kassenleistung.
Pack mal einem nackten Mann in die Hosentasche, nichts drin!
Die Krankenkassen waren 2012/2013 noch nicht so aufgeschlossen. Es war auch eine Ermessenssache des jeweiligen Sachbearbeiters. Es hieß doch, dass die wichtigen Tabletten, die mir Sicherheit und Zuversicht gaben, ihren Zweck erfüllten.

Das Besondere an der fernöstlichen Medizin ist sicher, dass hier Körper, Geist und Seele als untrennbare Einheit betrachtet wird.
Anders als in der westlichen Medizin: Der Körper wird in Einzelteile zerlegt und punktuell behandelt. An die Vorstellung, dass beispielsweise Schwindel mit dem unteren Rücken oder Herzprobleme mit dem Magen zu tun haben können, verschwendet man selten einen Gedanken,
frei nach dem Motto „Wo tut es denn weh?“
Der „Rest“ wird nicht beachtet und damit werden die hintergründigen Ursachen von Beschwerden nicht erkannt.
Wie oft habe ich den Satz “Da können wir nichts mehr tun, damit müssen Sie leben.“ gehört?
Wenn man es aber nicht akzeptiert und etwas tun möchte gegen die Begleiterscheinungen der Parkinsonmedikamente, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt, es zu versuchen und sich auf die Hinterbeine zu stellen.

Beate