Probieren geht über studieren (2 / 3)

Der Weg ist das Ziel

Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich meine Gesundheit noch fördern könnte, damit es uns weiterhin gut geht. Der Körper ist das Zuhause meines Parkinson, fühlt er sich wohl, fühlen wir uns wohl.
Es gibt so viele Nahrungsergänzungsmittel in der Apotheke, die man aber ohne Rücksprache mit dem behandelten Arzt nicht nehmen sollte, damit die Wirkung der Parkinsonmedikamente nicht beeinflusst wird.

Die Entscheidung, die TCM in meinen Behandlungsplan zu integrieren, fiel mir nicht schwer. Wenn man den Arzt gefunden hat, der diese Art der Medizin und deren richtige Anwendung beherrscht, wird man überrascht sein, wie die dazu gehörenden Untersuchungen ablaufen. Nicht nur in China heißt es, dass ein guter Arzt durch ausführliche Befragung und aufmerksame Beobachtung wichtige Hinweise über den Gesundheitszustand des Patienten erhält.

In der TCM sind zusätzlich Puls- und Zungendiagnostik unverzichtbare Bestandteile der Untersuchung. Wurde eine Diagnose gestellt und die Therapie begonnen, wundert man sich doch etwas über die Art und Auswirkungen. Denn sie wirkt auf den gesamten Organismus.
Die Chinesische Medizin verfolgt seit Jahrtausenden das Ziel, den Menschen in einen Zustand von Harmonie und damit Gesundheit zu bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Therapiebereiche kombiniert, wie zum Beispiel Diätetik (richtige Ernährung) und Bewegung, Entspannung und Meditation. Diese Maßnahmen richten sich immer auf die Mobilisierung der Selbstheilungskraft des Menschen. Die alte chinesische Heilkunst besteht aus einem umfassenden und komplizierten Medizinsystem das immer den Menschen als Ganzes im Blick hat. Ein Arzt mit diesem Wissen betrachtet nicht nur den kranken Teil des Körpers, sondern bezieht auch andere Körperbereiche, Geist, Seele, emotionale Situation und Umweltfaktoren in die Untersuchung mit ein, um dadurch möglichst viele Informationen über die Erkrankung zu bekommen.

Im Vergleich zu unserer hochtechnisierten westlichen Medizin, auf die wir nicht verzichten sollen, können und wollen, kommt der TCM – Arzt mit einfacheren Mitteln aus. Aus den verschiedenen diagnostischen Methoden Befragen, Hören, Sehen, Tasten und einer gründlichen körperlichen Untersuchung folgt die Diagnose nach der chinesischen Medizin. Bei irgendwelchen Zweifeln sollte vor einer Behandlung aber auch immer das Spektrum der schulmedizinischen Diagnostik ausgenutzt werden. Ich habe festgestellt, dass es nichts schadet, sich über diese Art der Behandlungen zu informieren. Wenn man Glück hat, trifft man einen Menschen, der über seine Erfahrungen berichten kann. Wenn der Entschluss feststeht, sich auf diese Behandlungen einzulassen, sollte man wissen, dass eine Erstverschlimmerung eintreten kann.

Ich hatte mich damals für die Akupunktur und die Kräuterlinge der TCM entschieden und bin froh darüber, denn aufgrund der Tatsache, dass alles so gut “angeschlagen” hatte, konnte ich noch auf Levo-Dopa verzichten. Meine Lebensqualität hatte sich erheblich verbessert.
Die Bewegungstherapie, die ich in meinen Alltag einzubinden versuche, setzt sich zusammen aus Tai Chi, Qigong, Chi Running und Yoga.
Nach ca. vier Jahren ließ die Wirkung der Kräuterlinge nach und wir beschlossen, diese abzusetzen. Wie bei den herkömmlichen Medikamenten ist auch hier nach einer gewissen Zeit eine Umstellung notwendig.

Beate