Positive Erfahrungen durch Parkinson

Ja, gibt es das überhaupt? Etwas Positives dem Parkinson, dem kleinen Giftzwerg abgewinnen? Ich wollte es nicht wahr haben, aber es ist so.

Ich lerne langsam mein Leben zu entschleunigen. Ich renne nicht mehr herum wie ein aufgescheuchtes Huhn. Nein, eher nach dem Motto “In der Ruhe liegt die Kraft” und was ich heute nicht schaffe, das mache ich morgen.
Ich schwinge mich auch des öfteren auf mein Fahrrad, um am Ball und beweglich zu bleiben.

Aber was für mich das Schönste ist, ich habe meine Kreativität entdeckt. Sie lag so viele Jahre brach.
Als ich jung war, habe ich schöne Gedichte geschrieben, voller Sehnsucht. Leider sind die bei zahlreichen Umzügen auf der Strecke geblieben.

Dann kamen meine Reiseleiter- und Griechenlandjahre. Meine Kinder und später mein Engagement an der griechischen Schule.

Nach meiner Trennung und dem Rückzug nach Deutschland blieb mir als alleinerziehender Mutter keine Zeit für Kreatives, da war ich mehr auf dem Fußballplatz.

Wegen beginnender Depressionen (evtl. schon Vorzeichen des MP) war ich u.a. zur Kunst- bzw. Maltherapie und es machte immer mehr Freude, sich in Bildern auszudrücken.

Nach Beendigung des therapeutischen Malens bin ich dabei geblieben.
Ob mit Acryl, Aquarell in jeder Form, Gouachefarben oder nur mit Buntstiften frei zu malen, oder manchmal auch nur anzumalen, es macht so viel Spaß.

Außerdem habe ich das Schreiben entdeckt, es geht mir noch nicht so leicht von der Hand, aber ich lerne immer dazu.
Außerdem bin ich viel aufmerksamer in der wunderschönen Natur. Ich betrachte Flora und Fauna viel intensiver.

Fazit: Mein Leben ist durch Parkinson nicht ruhiger, aber wie soll ich sagen, langsamer und bewusster geworden. Das war ein ganzes Stück Arbeit und ist noch nicht fest eingefahren, aber es beginnt mir zu gefallen, sieht man mal von den Quälereien des MP – Giftzwerges ab.
– positiv bleiben-

Bika