Parkinson und seine positiven Auswirkungen

Positive Auswirkungen und Parkinson – passt das zusammen? Mein erster Gedanke war nein, der zweite, was hat sich verändert und ich erinnerte mich an eine ungewöhnliche Art, eine Mind Map zu erstellen. Somit fand ich mich mit dem Thema in Runde drei:


Ein Gedankenspiel- etwas, das nicht positiv besetzt ist, positiv zu betrachten, indem ich Buchstabe für Buchstabe des Wortes Parkinson negativ und positiv auf mich bezogen unter die Lupe nehme:

P wie Pech oder Pause: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen Betroffenen gibt, der sich diese Art von persönlichen Eingriff in seine Lebensplanung gewünscht hat, aber mein Untermieter zwingt mich, eine ruhigere Gangart im Leben aufzunehmen, was mir leider nicht immer gelingt.

A wie Aufgeben oder Alltag: Lebensträume mussten schweren Herzens aufgeben werden. Ein neuer Alltag in Old Germany wurde zu einer neuen Aufgabe um zu entdecken, dass wir auch als Kassenpatient immer noch eine besseres der schlechten Gesundheitssysteme auf unserem Globus haben. Ja, es fragt sich wie lange. Wichtig ist, dass mein Alltag einen fußläufigen Radius zum Hausarzt, Bäcker und Apotheke hat und an sonnigen Tagen wie heute im Eiskaffee bei einer Tasse Kaffee, einem Eisbecher mit Sahne die Wärme der Sonne auf der Haut spüren und nichts tun, das wäre in Irland nicht möglich.

R wie Risiko oder Reisen: Das Risiko an Parkinson zu erkranken, ist für mich gefühlt wie ein Sechser im Lotto, nur wäre mir der Lottogewinn lieber gewesen. Reisen, mein Hobby, ist immer noch möglich, nur anders. Mein Untermieter gibt die Richtung und das Tempo vor, aber aufgeben gilt nicht.

K wie keine Heilung oder Kunst: Diese progredient verlaufende Krankheit, die gnadenlos voranschreitet, raubt mir meine Kraft im Alltag und zwingt mir den Rhythmus auf, Neues zu suchen wie Kunst in Wort und Bild.

I Wie Ich oder Ich: Ich muss umdenken, mein Partner muss umdenken, wir müssen lernen neue Wege zu gehen.

N wie negativ oder neugierig: Negativ mal Negativ ergibt rechnerisch Positiv. Es fällt schwer, Positives im Negativen zu sehen, aber es macht mich neugierig, wie es weitergeht.

S wie Stress oder Sonne: Der Stress raubt mir meine Kraft, mein Tremor erinnert mich dann daran, wie ungesund negativer Stress ist und ich suche positiven Stress. Nichts tun fällt mir schwer, darum setze ich mich in den Halbschatten, versuche nichts zu tun. Der Tremor verschwindet und die Sonne schenkt mir dafür Beweglichkeit.

O wie Ohhh oder O Sole Mio: Ohhh bedeutet jammern und leiden, doch das Leben ist mit und ohne Parkinson zu kurz und somit rufe ich, o sole mio, das Leben ist schön.

N wie nein oder Neues: Nein, das darfst du nicht mit Parkinson, warum nicht, denn es gibt neue unbekannte Wege mit meinem Partner und meinem Untermieter zu erforschen.

Parkinson und seine positiven Auswirkungen: Es ist schwer, etwas Positives in einer Erkrankung zu finden die das Leben des Betroffenen und seiner Angehörigen auf den Kopf stellt, gewohnte Wege müssen verlassen werden. Ob dies eine Chance ist, weiß ich nicht, es ist mir auch egal, denn eines hat mich das Leben mit dieser Erkrankung gelehrt, ich genieße die gute Zeit unter dem Motto:
Es gibt gute und schlechte Tage, heute ist ein guter Tag.

Ella