Parkinson und Arbeit

Seit elf Jahren bin ich bei meiner jetzigen Chefin angestellt, seit circa acht Jahren weiß sie von meiner Erkrankung Parkinson.

Im Laufe dieser Zeit reduzierte ich meine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden auf jetzt noch 15 Stunden.

Früher habe ich meine Arbeit geliebt, ich arbeite als MFA.  Der Kontakt zum Menschen, der Umgang mit den Patienten hat mir viel Freude bereitet. Jetzt kann ich krankheitsbedingt nur noch administrative Arbeiten verrichten. Auch diese sind notwendig, aber leider erfüllt mich diese Aufgabe nicht besonders.

Diesen Sommer habe ich mir den Oberschenkelhals gebrochen, Krankenhaus, OP, Reha – insgesamt war ich drei Monate krankgeschrieben.

Meine Chefin und meine Kolleginnen haben immer wieder nachgefragt, wie es mir geht, haben mich mit Leckereien versorgt, haben mich besucht. Das hat mir gut getan. Und alle haben sich gefreut, als ich endlich wieder meine gewohnten Zeiten arbeiten konnte. Auch ich habe mich gefreut, wieder in der Gemeinschaft eingebunden zu sein.

Doch schon nach zwei Tagen in der Arbeit merkte ich, in mir hat sich etwas geändert.

Nachdem ich jetzt sechs Wochen gearbeitet habe, habe ich mich entschlossen, volle Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

Ich möchte die Zeit, in der ich mich noch einigermaßen bewegen kann, für Dinge nutzen, die mir Freude machen, wie Wandern, die Natur allgemein, Lesen, Nähen, Singen, Radeln.

Alles Dinge, die ich so gerne mache, die ich ohne Parkinson und auch noch am Anfang der Erkrankung neben der Arbeit machen konnte. Das geht nach 16 Jahren mit Parkinson jetzt nicht mehr so einfach. Denn der Körper macht nicht immer mit. Tabletteneinnahme und Wirkzeit beeinflussen stark, was ich wann machen kann. Ich hoffe, dass mir die freie Zeiteinteilung entgegenkommt.

Natürlich sehe ich auch eine andere Seite, mache mir Gedanken, wie es wohl sein wird, so ohne festes Gerüst der Arbeit zu sein.

Da ich alleine lebe, macht das auch ein wenig Angst.

Doch die Angst soll mich nicht daran hindern einen neuen Weg zu gehen. Das hat mich dazu gebracht, dass ich mir schon jetzt auch eine ehrenamtliche Aufgabe gesucht habe, ich besuche einmal in der Woche eine Dame im Altenheim.

Riwa

 

 

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Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

8 Kommentare

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