Parkinson, ein Destaster! (Teil 2 /3)

Phase vier: Mitnehmen was irgendwie geht.
2010 hatte es Tonys Arbeitgeber ziemlich eilig ihn loszuwerden und mit behördlicher Genehmigung wurde Tony entlassen. Er kam auf Kur und in der Kur wurde die Rente beantragt. Diese wurde dann relativ schnell genehmigt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine Teilzeitstelle in einer öffentlichen Apotheke. 2012 ergab sich für mich die Möglichkeit einer Vollzeitstelle in der Krankenhausapotheke in Altötting. Seither bin ich Alleinverdiener und Tony, Hausherr mit Kinderentertainment. In diesem Jahr verschlechterte sich sein Zustand sehr rasch: Wassereinlagerungen in den Beinen mit Hautveränderung, kurz vor offenen Unterschenkeln und dreißig Kilogramm Wasser im gesamten Körper verteilt. Dementsprechend war die Bewegung ziemlich eingeschränkt. Viele Strecken bewältigte Tony nur noch mit dem Rollstuhl. Da die Tabletteneinnahme auf mittlerweile alle drei Stunden, auch nachts, angestiegen war, war an einen richtigen Schlaf nicht mehr zu denken. Dementsprechend war Tony aufgelegt, kurz: zum an die Wand klatschen!
Parkinson wirkt sich auf die Muskulatur aus und das viele Wasser (Nebenwirkung der Medikamente) drückt ziemlich auf die Lunge. Die Folge daraus war, Tony hatte Atemaussetzer (ca. 90/h). Durch das Schlaflabor wurde ihm dann eine Atemmaske verordnet und dadurch wurde auch Tony ausgeglichener.

Bei der Medikation ist Tony bei rund 2,5 Gramm einer Dopamin-Vorstufe. Mehr geht nicht, weil der Körper so unempfindlich gegen den Wirkstoff wird, dass eine Dosiserhöhung nichts mehr bringt. Super! Nächste Phase, Pflegeheim …
Tony hat sich daran erinnert, dass er mit seinem Neurologen in Burghausen schon einmal über die Tiefe Hirnstimulation gesprochen hat und da sich Tony nicht bewegen, aber mit dem Computer gut umgehen kann, recherchierte er alles zu THS.

Er durchforstete das Internet, trug sämtliche Informationen, die er im In- und Ausland finden konnte, zusammen und nahm Kontakt mit den jeweiligen Vertretern der Hersteller solcher Geräte auf. Ich war davon nicht überzeugt.
Schließlich schrauben die Chirurgen im Gehirn herum und wenn die „Mist“ bauen, habe ich einen Vollpflegefall zuhause. Nach intensivster Recherche, durchforsten von Fachbüchern und Statistiken konnte ich mich mit der THS anfreunden. Tonys Neurologe hat ihn dann zu Professor Schwarz überwiesen, da im Grunde genommen bis auf eine Dopamin- oder Apomorphin-Pumpe alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft waren.

Christiane