Noch nie war mehr Anfang als jetzt!

Liebes Tagebuch,

lange habe ich dir nichts mehr anvertraut.
Aber – es gibt Dinge, über die rede ich nicht einmal mit mir selbst.

„Parkinson!“ „Ich!!!“ Ich frage mich: „WARUM? Warum gerade ICH?“
Irgendwo habe ich gelesen: “Setze nie ein Fragezeichen, wo das Schicksal bereits einen Punkt gemacht hat”.
Irgendwie habe ich mir die Antwort anders vorgestellt.

Diese Diagnose hat mich aus der Geborgenheit von Ordnung und Normalität vertrieben – mir meine Unbeschwertheit geraubt. Ich will niemanden sehen, mit niemandem sprechen! Jeder glaubt etwas zu wissen. Nichts wissen sie, rein gar nichts!!

Ich verstecke meine Tränen hinter einem Lachen und versuche, meine Angst zu verbergen; um zu zeigen, dass es mir gut geht und um meine Familie nicht zu beunruhigen.

Der Blick in den Spiegel schockiert mich: mein Gesicht: leblos, ausdruckslos, einfach nur furchtbar. So wollte ich niemals aussehen! Ich fühle mich unattraktiv, schwach, verletzlich.

Gestern wurde ich eingeladen. Auf die Frage, ob ich was mitbringen solle, hieß es “nur gute Laune”. Ich habe dann abgesagt!
Meine gute Laune ging meine Lebensfreude suchen: jetzt sind beide weg!

 

Meine Familie lässt mich spüren, dass sie mich liebt und braucht. Sie bringt mich zum Lachen, auch wenn ich gerade nicht mag.
Darum gebe ich auf mich acht. Ich gehe oft raus in die Natur, bleibe aktiv, bewege mich viel und beeinflusse somit den Verlauf meiner Krankheit. Es gibt auch schlechte Tage: dann muss ich eine Weile tapfer sein, bis alles wieder gut wird.
Ich kann es nicht ändern, ich werde Parkinson nie mehr los! Aber ich kann dafür sorgen, dass ich trotzdem Freude am Leben habe.

Liebes Tagebuch: Mein Kampfgeist ist entfacht!

Ein Blick in den Spiegel sagt mir: Mein Lächeln steht mir gut. Ich sollte es öfters tragen!

Liebes Tagebuch:
Ich habe beschlossen: ich gebe niemals auf – NIE!!

Deine Canty