Nicht jedem sein Allheilmittel

Parkinson und Cannabis im Selbstversuch

Wie kann ich meine Lebensqualität mit meiner Erkrankung trotzdem erhalten?

Pfff. geiles Thema, stelle ich fest. Und muss nachdenken, wie ich das unter einen Hut bekommen kann. Hm, ich muss lachen. Ach ja, das wäre das erste, Lachen aus vollem Rohr oder hinten drin, verschmitzt.

Auf jeden Fall solltet ihr euren Humor nicht verlieren und euch nicht ausgrenzen lassen. Na ja, es ist abgedroschen, das so zu sehen, wie soll das funktionieren?

Mit starrem Blick, zitternd sich nicht ausgrenzen, genervt von dem hektischen Treiben um uns herum. Stopp, wir sind noch jung, wir lieben es hektisch und laut! Ach nö, so laut muss auch nicht sein und Pogo auf ‘nem Konzert zu tanzen wird mir zu eng und ich muss hektisch das Konzert verlassen, weil diese Panik mich überkommt bei Menschenansammlungen. Ist nicht so gut.

Lebensqualität, was heißt das? Sex, drugs and Rockn´Roll ?

Wir sind zwar jung, aber so jung auch wieder nicht. Ich brauche nicht jeden Tag… ähm Sex, aber meine Drogen. Wie auch immer sie heißen sollten, Madopar, Sifrol, Neupro, D-Vitamine, Omega 3…..einen Joint? H e y, wie hat sich der Joint hier eingeschlichen? Wisst ihr, wie das wirkt, das Zeug?

Gut, wenn du es mit zwanzig ausprobiert hast, kennst du die Wirkung ja eigentlich. Genau…der eine lacht, der andere entspannt sich, der dritte sieht Farben…und der nächste kotzt.

Es ist wie damals ein Selbstversuch der Bewusstseinserweiterung, entweder du entspannst dich und dein Tremor lässt dich in Ruhe oder du sitzt da wie ein Stein. Nee wirklich, ich habe bisher keinen ausgeprägten Tremor, eher diesen Sch… Rigor. Ich weiß auch nicht, warum der einen russischen Namen bekommen hat.

Rigor verhält sich bei mir jedenfalls genauso unentspannt, mit oder ohne THC – er bleibt.

Das einzige, was sich bei mir  durch Cannabis ändert, ist diese innere Unruhe.

Also, ich werde müde, antriebslos und bin fett. Das hasse ich. Das kann ich nur zum Schlafen gebrauchen, für den Tag hat das überhaupt keinen Sinn. Ich brauche mein volles Bewusstsein.

Bei medizinischem Cannabis geht es mir genauso, nur dass ich keinen Rausch habe. Ich werde  langsamer und träger, also müde.

Ich benutze das Zeug nur gelöst in Alkohol, der entspannt zusätzlich auch. Nur für den Notfall, wenn es mir richtig mies geht oder mir übel ( 1-2 mal) und der Tag schon um ist. Das sind meine Erfahrungen.  Die ich mit fast zwanzig Jahren gemacht habe, stehen hier nicht zur Debatte.

Ach so, was mir auch noch aufgefallen ist: Die innere Unruhe ist am Tag nach dem Konsum noch stärker, so ist das bei mir. Wie es bei dir ist, kannst du ausprobieren, musst du aber nicht.

Ich verweise gerne immer, wenn jemand wissen will, wie Drogen wirken, auf Fachliteratur.

„Das Handbuch der Rauschdrogen” vom Fischer Verlag ist sehr interessant, gibt es auch als PDF. Da steht allerdings nicht das Rezept für den Grünen Drachen drin. Das müsst ihr auf einschlägigen Seiten suchen. Grubenschnaps 90%. Hey, wer petzt hier?

Und wie erhalte ich nun meine Lebensqualität?

Keinesfalls nur mit Drogen oder Nahrungsergänzungsmitteln. Auf jeden Fall bleibe ich so gut es geht in Bewegung, denn erfahrungsgemäß, wenn ich Urlaub mache und wirklich mal drei Tage faul bin, ach eigentlich reicht schon ein Wochenende, dann geht es rapide schlechter mit dem Kreislauf, mit der Bewegung und mit der Übelkeit.

Lebensqualität erhalten ist damit verknüpft, aktiv zu bleiben, die Grenzen zeigt einem so oder so der Körper. Alles, was einen von der Couch fern hält, ist förderlich.

Sport, Konzerte, Wandern, Fotografieren, Kontakte pflegen.

Wie sagte schon Konfuzius? – “Ablenkung ist die beste Medizin – und kniest du mitten drin, vergisst du alles drumherum”… Macht alles, was ihr wollt, so gut ihr es könnt, ihr werdet staunen!

Irgendwo stecken da Talente und wenn ihr Cocktails mischen geht….shake it, take it.

Ach, da fällt mir noch etwas ein: Lebensqualität entsteht im Kopf. Wenn ich mich darüber ärgere, dass ich nichts mehr schmecke, dann habe ich auch keinen Bock, was zu kochen.

Versuche ich jedoch, mich auf die Erinnerung des Geschmackes einzulassen, glaube ich auch etwas zu schmecken. So kannst du Vieles mit Imagination verschönern und du bist glücklicher.

Versuche es doch mal!

R4 – Pilot