Neue Lebenseinstellung

Vor Parkinson war ich anders – hektisch. Ich denke, das beschreibt es am besten. Als Köchin hat man keine geregelten Arbeitszeiten, Überstunden gehören zum Alltag. Immer arbeiten, Haushalt und was man sonst noch so zu tun hat, das war der Alltag.
MICH gab es definitiv nie.

Das hat sich grundlegend geändert, denn meine Prioritäten habe ich neu sortiert. Was mir früher schwer fiel, ist für mich heute selbstverständlich geworden. Parkinson hat mir körperlich viel genommen, einige Einschränkungen sind nun mal da. Dann sind auf einmal diese OFF – Situationen dazu gekommen, das war der Moment, in dem sich Einiges geändert hat.

Ich habe gelernt, dass ICH wichtig bin. Es ist, als möchte man die Zeit, in der man noch aktiv sein kann, auch aktiv nutzen. So wie eine Torschlusspanik. Was meine Familie anbelangt hat sich auch einiges geändert, ich bin und bleibe Mutter, aber ich nehme mir mittlerweile auch den Freiraum für mich und ich nehme einen neuen Weg, ein Neuanfang. Und das war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Das gerade ich es schaffe auch mal das zu tun was ich möchte, das hat es früher nie gegeben. Da gehörte meine Zeit Der Familie, dem Chef, dem Haushalt…. Da blieb für mich nichts mehr übrig.

Und dabei ist es doch so: Wenn es mir gut geht, ist es auch für meine Familie gut. Jeder, der um mich herum ist, profitiert davon, wenn es mir und meiner Seele gut geht. Die Gründung der Selbsthilfegruppe war ein wichtiger Schritt, eine ehrenamtliche Tätigkeit ist einer der Momente, die mich glücklich machen. Seltsam, immer strebte ich dem Geld, dem Erfolg hinterher, auf einmal sind beide Dinge so unwichtig geworden.

Ich merke, ich nutze die Zeit für mich, tue was für mich – reisen, mit Freunden treffen, die Zeit mit meiner Tochter genießen —  einfach das Leben positiv gestalten. Das sind die Dinge, die mich glücklich machen. Da sind Erfolg und Geld so unwichtig geworden wie nie zuvor.

Da ist  Erfolg und Geld,  so unwichtig geworden wie nie zuvor. Wenn man merkt, dass man anderen helfen konnte, wenn man merkt dass es einem dadurch besser geht, dann merkt man auf einmal, was ein glückliche macht.

Kein Geld der Welt kann mir Gesundheit geben, keine beruflich Position kann mir das geben was ich aktuell bekomme. Zufriedenheit, Dankbarkeit, Ausgeglichenheit. Ich würde sagen, der Seele geht es gut. Und ist es nicht das wichtigste, dass es der Seele gut geht?

Im Zeitalter des Leistungsdrucks und der damit entstehenden körperlichen sowie psychischen Situation, ist es meines Erachtens ein großes Geschenk, wenn man sagen kann: „Ich bin glücklich mit dem was ich tue, denn ich tue es auch  für MICH!„

Dini