Morgentau im Frühling

Wie an jedem Wochenende flohen wir aus der Stadt hinaus aufs Land. So verbrachten wir auch dieses in unserem kleinen Wochenendhaus mit Blick auf den Klaren Bergsee. Es liegt wie ein verwunschenes Schloss tief im Wald, der das Grundstück umgibt. Obwohl es gestern Abend sehr spät wurde, wir hatten Freunde zum Abend essen eingeladen, stand ich Frühmorgens um vier Uhr auf. Es ist herrlich erfrischend, um diese frühe Uhrzeit einen Spaziergang zu unternehmen und mitzuerleben wie die Natur erwacht. Leise, um meine Liebe Frau nicht zu wecken, schlich ich durchs Wohnzimmer, wo noch die Reste vom gestrigen Gelage standen. Die Gerüche vom Kochen gemischt mit dem verdunsteten Alkohol raubten mir den Atem. Randy, der Husky, den wir mit sehr viel Glück aus Neufundland einschmuggeln konnten, stand schon in der Tür und wartete ungeduldig auf mich. Wie immer wollte er die Richtung angeben, in der wir gingen. “Na gut“, sagte ich “Lauf nur.“ Nebelschwaden lagen geheimnisvoll zwischen den Bäumen und der würzige Duft von feuchter Walderde stieg mir in die Nase. Ich liebte diese Tageszeit. Ich war aber nicht der erste hier draußen. Einige Vögel waren schon aufgestanden und empfingen uns mit fröhlichem Gezwitscher. Nach und nach erwachten auch die Anderen und nach einer Stunde weckte ein gefiederter Chor die schlafende Sonne. Es war ein wunderbares Durcheinander von Pfeifen, tirilieren und tschilpen. Müde und noch verschlafen schickte die Sonne ihre ersten Strahlen über den Horizont und ließ tausende bunter Lichter auf dem ruhig daliegenden Bergsee tanzen. Ich sprang ins Wasser und genoss die belebende Frische. Randy tat es mir nach und bellte übermütig. Doch nach einiger Zeit bekamen wir Hunger . Inzwischen würde wohl die Liebste aller Frauen das Frühstück fertig haben. Triefend Nass kamen wir zu Hause an und Randy schüttelte sich mitten im Wohnzimmer das Wasser aus dem Fell. Ich zog mich an und genoss das Frühstück mit meiner Frau und dem heißen Kaffee.

Karlheinz

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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