Meine Ängste, meine Hoffnung

Ich fange mal mit meinen Ängsten an.

Der kleine Giftzwerg, wie ich ja meinen Parkinson nenne, wird an manchen Tagen ganz groß, er bläht sich regelrecht auf und wird zum Monster. Das bedeutet ich habe Schmerzen, kann mich nicht bewegen, schwanke und fühle mich elend und erschöpft.

An diesen Tagen überkommt mich die Angst. Wie soll es mit mir weiter gehen? Ich lebe allein, wer wird mich aufbauen, wie soll ich mich versorgen, was wird aus mir? Ich vertraue auf meine Söhne, aber möchte ihnen auch nicht zu Last werden. Ein unverbindlicher, eiliger Pflegedienst? Die Gedanken an diese ungewisse Zukunft lassen mich erschauern und machen mir Angst.

Ich muss diese Gedanken ganz schnell aus meinem Kopf verbannen, sonst falle ich wieder in eine Depression, die auch zu meinem Krankenbild gehört.

Ich versuche es mit Meditation oder einem mentalen Spaziergang an meinen Lieblingsort.

Manchmal bete ich einfach “Bitte hol mich aus diesem Tief!”

Wenn es dann geklappt hat, ist die Hoffnung und sind die positiven Gedanken langsam zurück.

Ich habe auch ein wenig die Hoffnung, dass es vielleicht doch noch neue Medikamente geben wird, die ohne so viele Nebenwirkungen den Dopaminabbau stoppen oder verzögern können.

Dann hoffe ich mit meinen Enkelkindern (werde gerade zum zweiten mal Oma) noch viel erleben und unternehmen zu können.

Außerdem hoffe ich noch lange malen und singen zu können.

Mein kleines Gärtchen gibt mir die Hoffnung, es weiter schön zu haben, wenn ich auch nur eine halbe Stunde darin werkeln kann.

Schon der Gedanke an diese schönen Dinge hier beim Schreiben gibt mir Hoffnung und macht mich froh.

In meinem Leben war es wirklich immer so, wenn ich dachte, es geht nichts mehr und ich total erschöpft war, ging irgendwo eine Tür auf oder ein Licht an und es gab eine helfende Hand! Dafür bin ich sehr dankbar!

Angst und Hoffnung liegen glücklicherweise bei mir nah beieinander!

Bika

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