Mein Leben mit Parkinson (14)

Heute sind wir mal wieder in der Gegenwart.
Heute war Neurologentermin in Braunschweig.

Es war doch ziemlich turbulent mit Dirk in der letzten Zeit.
Im November die Depression, das Versagen der Beine und das Aufflammen des Tremors.

Okay, wir haben die zeitlichen Einnahmen der Medikamente so umgestellt, dass er die Nachtpause nicht so lang hat, jedoch durch die Winterkälte und das Achterbahnfahren des Wetters, schlägt es immer wieder um. Die Vormittage sind manchmal sehr anstrengend für Dirk und erst am Nachmittag geht es ihm gut.

Seine Neurologin sah sofort, dass es ihm schlechter ging, sei es das Gangbild, sei es das Zittern (Tremor). Dirk bestätigte Das sofort. Die Überlegung ging dann in Richtung, das Citalopram wieder abzusetzen. Alternative? Jaaa, ein Medikament, es klang plötzlich sehr vorsichtig von ihr, das nicht so in die Dopaminantagonisten eingreift aber!!! müde macht. Mhh, ein stimmungsfreudiger müder Mann, wie geht das, wie soll das sein? Ich sagte ihr, dass ich nicht glaube, dass dies das Richtige für ihn ist. Dann kam Dirk zum Zuge. Er wollte seit langem, dass das Sifrol niedriger dosiert wird. Er hatte das Gefühl, dass es ihm überhaupt nicht bekommt, nicht in der hohen Dosierung.
Die Ärztin war einverstanden aber man merkte ihr an, dass sie ambulant an ihre Grenzen kam.
Wir beratschlagten wie wir weiter vorgehen in den Gaben und dann fragte ich sie zum Schluss, was sie davon halten würde, Dirk doch noch einmal in einer Klinik vorzustellen und welche sie vorschlagen würde. Ich fügte noch hinzu, dass ich aber nicht an die Parkinsonklinik in Kassel denke, da ich damals das Gefühl hatte, sie kommen nicht weiter und ihn ja nach Frankfurt geschickt haben, was völlig daneben ging.
Sie sagte mir, dass sie da völlig bei mir ist und wirklich eine stationäre Behandlung vorschlägt , sie empfahl uns die Parkinsonklinik in Beelitz. Sie kennt wohl auch den Leitenden Professor dort und konnte nur Gutes berichten. Ich solle mir die Klinik auf der Homepage anschauen und wir sollen gemeinsam überlegen.

Wir gingen nach dem Gespräch mit der Ärztin auf die wunderschöne Hundewiese in Braunschweig. Während Canis über die Wiese tobte, redeten wir. Dirk war sehr dafür, die Möglichkeit mit der Klinik auszuprobieren. Welche Möglichkeiten hatten wir denn, Keine, also.
Auf der Rückfahrt schaute ich auf die Homepage und las die Klinikbewertungen. Das hörte sich alles top an. Ein Mann, der auch an MSA erkrankt war , schrieb: Gesund werde ich nie mehr aber ich hatte ein halbes Jahr wieder Lebensqualität nach dem Klinikaufenthalt.
Ich las Dirk alles vor.
So haben wir entschieden. Er wir ihn gehen, den Weg nach Beelitz in die Parkinsonklinik.
Ich bin wieder voller Zuversicht. Es wird ihm gut tun und ihm besser gehen.
Ich kann ihn ja auch besuchen, es ist ja nicht unendlich weit. 2 1/2 Stunden mit dem Auto. Canis wird sich freuen, mal wieder verreisen. Komischerweise fährt er im Moment super gerne Auto. Pfft, hat er früher nie so gemocht.
Jetzt werden wir erst einmal das Sifrol reduzieren und in 3 Wochen werden wir mit unserer Ärztin Beelitz anpeilen.
Wir werden es schaffen, ein Weg ist aufgetan und ich bzw wir sind so gespannt wo er uns hinführt aber ich bin mir sicher, er führt bergauf!

Katrin

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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