Mein Leben mit Mister Parkinson 4

Tja, wie war das.
Ich hatte ja die Adresse bzw Telefonnummer bekommen von Ramona Matejka, der Züchterin vom Zwinger of the beautiful black one. Sie hatte erst 2 Würfe gemacht und war noch sehr jung in der Züchtergemeinschaft.
Sie kam auch aus der ehemaligen DDR, so wie ich auch und das machte mir Mut. Also rief ich sie an.
Ich muss euch sagen, so geprüft über Telefon bin ich in meinem ganzen Leben noch nie und auch nie wieder geworden. Was sie alles wissen wollte. Warum, wieso, Hundeerfahrung, wo und wie leben wir, gehen wir arbeiten, was wollen wir machen, uff.
2 Stunden haben wir gesprochen und hinterher wusste ich nicht, sollte ich das wirklich machen? Genügen wir diesen Ansprüchen? Ich rief am nächsten Tag wieder an und wollte ihr absagen.
Sie war erstaunt, wir sollten doch erstmal kommen und alles anschauen. Schließlich waren ja die Stammhunde da, Shiva und Abby. Okay, also los, fahren wir.
Ramona sagte noch, wen ihre Shiva nicht mag, der bekommt keinen Welpen. Uiuiui, wir beluden uns mit Leckerchen und als erstes ging Dirk rein. Shiva war sofort da und Dirk beugte sich runter und sofort war das Eis gebrochen. Shiva war von da an, an Dirk seiner Seite.
Wir waren bis zu Canis seinem Einzug 4 Mal bei Ramona und als endlich der C Wurf soweit war, durfte Dirk aussuchen. Tja, wie wen was????? Da kam ein kleiner Trotti aus dem Welpenhaus und setzte sich zwischen Dirk seine Beine und Dirk schaute runter und sagte, Den nehmen wir.
Ich war eigentlich nicht so begeistert, diesen Eigenbrötler und angeknurrt hatte der mich auch noch, naja aber Dirk sollte ja aussuchen. So war es beschlossen, Canis kam ins Haus Bogusch-Gabriel.

Als wir angekommen waren, haute Canis erstmal ab in den Garten und hatte so gar keine Lust auf Gemeinsamkeit. Aber das änderte sich schnell als es zu futtern gab und ich weiß es noch wie heute.
Wir saßen draußen vor der Tür auf der Bank unterm Vorbau und Canis schlief so friedlich und es regnete. Aber es war so schön und von da an drehte sich alles um den kleinen Kerl.

Dirk war wie umgewandelt, ich aber auch. Es gab plötzlich keine Krankheit mehr, sondern wir hatten zu tun. Planschbecken anschaffen, Welpenschule aussuchen und der erste gemeinsame Urlaub stand an und alle 3 Kinder kamen mit und natürlich Canis Lupus.
Es ging in den Bayrischen Wald und eine lange Autofahrt lag vor uns.
Canis bröckelte erst mal in der ersten Autorast uns das Auto voll, natürlich hatten wir ihn vorher gefüttert, war wohl nicht so gut. Wir hatten ja keine Erfahrung aber es ging ihm sonst gut.
Der Rest der Fahrt war okay aber eins blieb leider bis er erwachsen war. Autofahren fand er nicht so gut.
Wir kamen gut im Landhotel an und Canis fühlte sich pudelwohl, leider hatte er seine Blase noch nicht so gut im Griff. Früh morgens raus, uhhhh Tür abgeschlossen, Hund abgesetzt , aufgeschlossen, Canis hatte schon einen schönen See gesetzt, oh neiiiin, wie peinlich.
Auch fand er den Balkon total schick und setzte da zu gern seine Wasserzeichen. Den Feng Shui Sessel hatte er zum Fressen gern und er sorgte auch dafür , dass er gesund blieb mit einer Flasche Lebertran und Frauchen sollte handyfrei sein und er schaffte es, das seine Zähne im Display verewigt waren. Aber nichts davon konnte man ihnen übel nehmen, vor allem Dirk verzieh im Alles.
Wir hatten soviel Spaß und wir lachten uns kaputt über seine Einfälle, die der kleine Kerl hatte.
Und es passierte, was so lange nicht mehr war, wir waren glücklich und planten wieder die Zukunft. Was gab es Schöneres, Dirk hatte wieder Mut weiter zu machen.
Als wir nach Hause kamen, war die Zusage für Dirk seine Kur im Briefkasten.
Wieder ein Hoffnungsschimmer mehr.

Katrin

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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