Malta

Reisen mit Parkinson ist meiner Meinung nach möglich, wenn einige Punkte beachtet werden. Ein Reiseziel von uns ist die Insel Malta im Winter. Malta, die Insel im Mittelmeer, ist groß genug, um etwas zu unternehmen, alt genug, um viele Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, klein genug, um sich nicht zu verlaufen und es gibt eine tolle italienische, arabische, maltesische Küche plus englischem Frühstück. Warum ist es diese Insel im Mittelmeer, die erst langsam in die Köpfe der Urlauber dringt, sind es fehlende Alternativen? Schon vor meiner Diagnose 2010 waren wir auf der Insel. Das erste mal hat es uns nicht gefallen, beim zweiten Mal war es schon besser und jetzt haben wir diese Miniinsel ins Herz geschlossen. Nach der Diagnose kam uns die Insel wieder in den Sinn ❤ und die letzten drei Jahre waren wir jeweils zwei Wochen auf Malta im Januar bzw. Februar. Zu dieser Jahreszeit ist es zwischen 18 – 20 Grad warm, der Winter in Deutschland wird um zwei Wochen verkürzt und die Temperaturumstellung ist nicht so massiv.

 

In dieser Zeit ist keine Saison, die Insel wird von den Einheimischen und Engländern, die überwintern, bewohnt. Es gibt genügend Platz und alles ist etwas ruhiger. So kommen wir in den Genuss von zwei Wochen nicht putzen und kochen zu müssen und das ist Erholung pur.

 

Wichtig ist, dass viele Hotels geschlossen sind und ein gutes Vier Sterne Hotel ist Minimum. Nachdem wir drei verschiedene Hotels getestet haben, mussten wir uns eingestehen, dass das erste Hotel das beste war im Preis-Leistungsvergleich. Es liegt auf der Halbinsel Marfa, ist aber gut mit dem Bus zu erreichen. Die Haltestelle liegt 100 Meter entfernt an der Hauptstraße zwischen der Hauptstadt Valetta und der Fähranlegestelle zur Insel Gozo. Das Hotel hat eine funktionierende Heizung, was nicht selbstverständlich ist, Innenswimmingpool, Wellnessbereich, so man möchte und einen Fitnessraum. Das Café im Eingangsbereich ist gemütlich, der Treffpunkt schlechthin und hat einen fantastischen Ausblick auf die Inseln Gozo und Comino. Mit Vollpension kommt man in den Genuss des Büfetts und bei einem Tagesausflug kann man tags zuvor ein Lunchpaket bestellen anstatt des Mittagessens. Malta ist nicht billig, aber im Winter bezahlbar und es gibt preiswerte Snacks zum mitnehmen an jeder Ecke.

 

Malta hat ein gutes Gesundheitssystem und ein großes Krankenhaus, das Mater Dei. Es gibt mir Sicherheit, falls was wäre und wird regelmäßig vom Bus angefahren. Busse sind das Fortbewegungsmittel schlechthin und mit einer Wochenkarte kommt man in jeden Winkel der Insel. Der vordere Teil des Busses ist für ältere Menschen, behinderte Personen und Frauen mit Kinderwagen reserviert. Die Fahrer achten darauf und ich habe immer einen Platz bekommen. Sogar Rollstuhlfahrer können mitgenommen werden.

 

Der Flug dauert mit Air Malta zwei Stunden und die Sitze sind bequem, da es Linienflüge sind.

 

Englisch ist die Sprache der Verständigung, aber im Hotel ist das Personal fit und wir wurden als Dolmetscher spontan hinzugezogen.

Malta ist eine Überlegung wert, um den Winter zu verkürzten.

Strand von Mellieha im Februar,

Ella

Eine Antwort auf „Malta“

  1. Interessant, dass du gerade Malta gewählt hast, wo die Insel doch Schauplatz des britischen Films “What We Did on Our Holiday” (2006) war, in dem sich der Parkinson Betroffene Vater im Meer das Leben nimmt. Falls du den Film nicht kennst, versuch ihn irgendwo aufzutreiben, er ist ein sehenswertes Dokument über Parkinson.

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