Lebensqualität – Was heißt das für mich?

Toll, wieder mal ein Thema, bei dem ich einige Zeit nachdenken muss. Dafür liebe ich dieses Buch.

Erst jetzt in den letzten Jahren habe ich es für mich wahrnehmen können. Ich war immer sehr aktiv: Hobbys, Hund, Kleingarten und sehr sehr viel Arbeit. Die Woche hätte acht Tage à 24 Stunden haben können und ich hätte sie voll genutzt. Ja, auch in dieser Zeit habe ich mich wohlgefühlt. Dem Stress gewachsen und bis auf kleine Wehwehchen gesund und munter. Nur selten hatte ich das Gefühl, etwas ändern zu müssen.

Dann kam der Parkinson. Auch wenn der Doc am Anfang sagte, es muss sich nicht viel ändern, ist genau das passiert.

Erst mal mit dieser Diagnose klar kommen. Was heißt das für mich? Dass es nicht schlimmer wird, war falsch. Einige Schmerzen und Probleme hatten auf einmal einen Namen, aber ich kann, will und werde dagegen halten.

Ich habe meine Arbeit neu eingeteilt, ich brauche schließlich Zeit für Arztbesuche, Therapien und vor allem für MICH.

Ich merkte, dass es auch mit weniger Stress geht, vor allem auf der Arbeit. Ich lernte, die freie Zeit zu nutzen und zwar für mich. Auf einmal hatte ich mal einen halben Tag frei, der Samstag war aus der Arbeitswoche ausgeschlossen und nur noch für absolute Notfälle eingeteilt und siehe da, es ging.

Ich konnte es tatsächlich genießen. Hatte sogar Zeit für Urlaub, 14 Tage am Stück, weit weg von zu Hause. Spaziergänge am Strand, in der Sonne. Wow, das war mal was!

Und trotz Parkinson der Gedanke: MIR GEHT ES GUT!

Ich bin jetzt 51 Jahre.  Ja, ich habe Parkinson, aber auch er hat mich.

Meine Arbeit ist die gleiche, nur seit fast einem Jahr in Festanstellung, was ein wenig Sicherheit gibt. Ich habe zwar ein Hobby aufgeben müssen, aber neue interessante Sachen gefunden. Es sind viele neue Freundschaften entstanden und wir machen tolle Dinge zusammen. Auch hätte ich wohl nie an einen Buch mitgewirkt. Und es macht Spaß, gute Laune.

Das alles wäre ohne den Parkinson nie entstanden und ich glaube, mein Parki hat mit meiner Freude gut zu tun. Bei all dieser Zeit, die ich nun habe, bei den Dingen, die ich erlebe, kommt mir oft in den Sinn:

Es sollte genauso kommen, wie es ist. Ich fühle mich gut!

Gisela

Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.