Irgendwie ist alles anders

Schon oft habe ich erzählt, dass ich sehr lange im Einzelhandel selbstständig war und ich habe es geliebt: Die Verantwortung, Entscheidungen zu treffen, beispielsweise für wen ich arbeite und in welchen Geschäften und natürlich auch die Organisation für meine Mitarbeiter und meine Firma.


Allerdings wurden die Auftrage handelsbedingt weniger, die Auswahl war nicht mehr so groß, aber ich war noch immer mein eigener Chef, wenn zum Schluss auch nur noch mit ein, zwei Pauschalkräften.

Zum Mai 2017 hat sich mein größter Auftraggeber eine Bundesweite Agentur genommen und da bin ich seitdem festangestellt.

Die Vorzüge lagen auf der Hand (mit dem Tremor auch in der Hand, haha!), gleichmäßige Bezüge, Urlaubszeiten, bei denen ich mir keine Gedanken um eine Vertretung machen musste und ja, auch die Gesundheit spielte eine große Rolle.

Ich kann zwar meinen Arbeitsbeginn und auch das Tempo weitgehend selber bestimmen, aber ich werde immer mehr hierbei von meinem Parki gefordert.
Und genau das ist schwer einzugestehen.
Ich habe meine Parki-Diagnose seit vier Jahren, die Anfänge waren natürlich schon eher da. Und ich höre noch den Doc sagen: das muss nicht viel schlimmer werden, und ich habe es geglaubt, meine Pille genommen und erst mal so weitergemacht.
Das ist aber nicht so.

Ich brauche morgens lange, bis ich in die Bewegung komme, brauche mehr Pausen und viel mehr Zeit für die Ausführung meiner Arbeit. Wenn ich früher mehrere Kartons gleichzeitig gehoben habe, gehe ich jetzt zweimal an das Regal. Manchmal muss ich auch einfach den Tag beenden, hoffen, dass sich mein Parki morgen anders benimmt und ich die Arbeit beenden kann. Dann bin ich froh, dass nicht ständig meine Chefin hinter mir steht. Die Märkte, in denen ich tätig bin, wissen im Großen und Ganzen Bescheid und lassen mich dann auch machen oder helfen mir. Was ich inzwischen gut annehmen kann. Aber es ist immer Angst dabei, wie lange die alles so mitmachen.

Bis auf zwei Aufträge neben dieser Festeinstellung habe ich nun alles gekündigt. Ja es ist vernünftiger, aber der Parki hat bei der Entscheidung mitgewirkt. Und die größte Angst ist, was entscheidet er als nächstes. Ich hätte es gerne selbst bestimmt.
Mein Chefin weiß auch über meinen Parkinson Bescheid und gibt mir die Zeit, die ich brauche.

Angst habe vor dem Planlosen des Parkinson.

Gisela

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