Impulskontrollstörungen oder doch einfach nur kreativ?

Seitdem ich Medikamente gegen meinen Parkinson nehme, spüre ich eine enorme Kreativität in mir. Ich habe 2015 im Rahmen einer Kunsttherapie mit der Malerei begonnen. Beim Malen vergesse ich Zeit und Raum. Es ist wie Meditation für mich, mich mit Farben und Schwämmen auf dem Papier oder der Leinwand auszutoben. Ich vergesse dann die Krankheit und das ist gut. Viele inneren Gefühle suchen sich dann einen Weg nach außen und stellen sich auf dem Bild dar. Mir tut Malen gut.

Ich male jeden Tag. Ist das „normal“? Ich male bis zur völligen Erschöpfung. Ist das „normal“?

Dopamin ist für die Kreativität zuständig und ich sehe da einen Zusammenhang. Mein Neurologe bestätigt das, aber er meint, so lange es nicht belastend für mich sei, sähe er keinen Handlungsbedarf. Nun gut. Ich mag mir auch gar nicht vorstellen, ohne die Malerei zu sein, ist sie doch neuer Mittelpunkt meines Schaffens.

Seit kurzem mache ich auch Musik. Schreibe Texte zu Melodien. Denke mir selbst Musik aus und singe sie. Diese Art der Kreativität ist ebenfalls neu und sehr hilfreich. Wenn ich traurig bin, hilft es mir, zu singen oder meine Aufnahmen anzuhören.

Eigentlich ist das doch toll, oder? Da wird es auch unwichtig, woher die Kreativität kommt. Hauptsache sie ist da.

Kornblume

Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.