Ich möchte meine Kraftquellen teilen (Teil 1/2)

Zum einen ist es meine Arbeit. Hört sich vielleicht komisch an. Ich versuch es mal zu erläutern:
Ich war sehr lange (so um die 20 Jahre ) Selbstständig im Einzelhandel. Ich bin in verschiedene Märkte gefahren und habe dort, je nach Auftraggeber, die Ware verräumt, Bestellungen gemacht und mit Abteilungsleiter/innen besprochen was anliegt. Es hat riesen Spaß gemacht. Vor allem wenn man akzeptiert wird und im Verkauf etwas bewegen kann. Es gab nur wenige Personen, vor denen ich mich rechtfertigen musste. —

Dann bekam ich die Diagnose Parkinson :
Einige Vertreter und Marktmitarbeiter hatten ja schon irgendwie mitbekommen, dass etwas los war, zB. wenn ich die Hand nicht ruhig halten konnte, die Stimme sehr viel leiser wurde, usw.  Natürlich konnte ich es IMMER erklären – mit zu viel Arbeit.
Nun geht es allerdings nicht mehr.  Ich bin von Anfang an sehr offen damit umgegangen. Ich habe es den Leuten erklärt und habe dann in echt betroffene Gesichter geschaut. Ich habe aber auch gesagt, ich mache meinen Job wie immer, vielleicht manchmal etwas langsamer. Und dann hörte ich nur: OK, wenn was ist, sag bescheid. Und dann erhielt ich Hilfe und Unterstützung. Jetzt erst merke ich, dass mir alle auch vorher schon geholfen hatten. Aber viel wichtiger war: Niemand – wirklich niemand zweifelte an meiner Leistung. Es war irgendwie fast wie immer.
Heute bin ich noch in diesen Märkten tätig, nur bin ich nicht mehr selbständig, sondern bei einer Agentur angestellt. Und da hab ich auch bescheid gesagt (mit etwas Verzögerung ). Ich hatte ein gutes Gefühl – und dann raus damit. Und auch hier steht meine Leistung an erster Stelle.
Dies ist in der Tat eine meiner Kraftquellen : Ich fühle mich gut bei der Arbeit, weiss was ich mache und werde wie vor der Diagnose behandelt. Es gibt keine mitleidigen Blicke, es gibt so vieles anderes zu besprechen, wenn ich vor Ort bin. Manchmal, aber wirklich nur, wenn gerade jemand dran denkt und es irgendwo eine Frage zu dem Parki gibt, bin ich als ” Fachfrau” gefragt.

Gisela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.