Glücklich sein mit Parkinson

Es ist ein schwieriger Weg und manchmal auch ein langer Weg, den man gehen muß, damit man auch einem Leben mit Parkinson wieder etwas Positives abgewinnen kann. Der allererste und sicher auch der schwierigste Schritt ist der, dass man lernt sich selbst auch mit Parkinson so zu akzeptieren, wie man ist.

Das ist für viele sicher ganz ganz schwer, da sie vorher ein Leben ohne Probleme und ohne Parkinson kannten. Oft ist man geneigt sich immer und immer wieder die Frage zu stellen: Warum ausgerechnet ich, womit hab ich das verdient, was gäb ich drum, hätte ich diese Krankheit nicht.

Das sind verständliche Reaktionen, die aber letztendlich nur in die Unzufriedenheit, die Depression und die Vereinsamung führen. Die Frage muß anders lauten, nämlich: Was muß ich tun, damit ich meine jetzige Situation akzeptiere und wie muß ich meine innere Einstellung und meinen Lebensstil ändern, damit ich trotz Parkinson noch Spass habe am Leben.

Man muß sich darüber klar werden, dass die neue Situation einschneidende Veränderungen im Leben mit sich bringt. Man wird manchmal feststellen, dass vermeintliche Freunde sich von einem abwenden. Aber auf der anderen Seite wird man sehen, dass es nach wie vor Menschen gibt die auch mit Parkinson noch zu einem halten und zu einem stehen.. Vielleicht wird man sogar neue Freunde gewinnen, die bereit sind, einen so zu akzeptieren wie man ist.

Es wird viele Dinge geben, die man nicht mehr machen kann. Aber dafür muß man lernen sich über Dinge zu freuen und Dinge zu sehen, die die Anderen gar nicht mehr wahrnehmen und die für die anderen selbstverständlich sind. Man muß einfach lernen viel bewusster zu leben und lernen, jeden schönen Augenblock wirklich zu geniessen.

Wir können nicht von den anderen erwarten, dass sie uns mögen, wenn wir uns selbst nicht mögen. Ein Mensch mag zwar ein Problem oder eine Behinderung haben, aber sein Wesen, sein Charakter wird doch von Dingen geprägt, die damit nichts zu tun haben.
Man hat zwar eine Krankheit aber man ist nicht diese Krankheit.

Wenn es einem gelingt, Parkinson zu akzeptieren, ohne es zum Lebensinhalt zu machen, dann bestehen gute Aussichten, dass man das Leben trotzdem noch geniessen kann.

Man muß begreifen, dass Parkinson nicht im Mittelpunkt unseres Lebens steht und sich ihm alles unterordnet. Es sollte anderes herum sein, nämlich, dass wir selbst mit unseren ureigensten Interessen Absichten und Ideen im Mittelpunkt stehen, und weiter aussen steht Parkinson, welcher zwar einen Einfluß auf unser Leben hat, es aber auf keinen Fall bestimmen und beherrschen darf.

Mir hat mal jemand drei Grundregeln genannt, die, wenn es einem gelingt sie anzuwenden, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zur Folge haben. Aber es ist nicht so einfach, sie kompromisslos durchzusetzen.:

Hier nun die drei Regeln:

1) Man muß lernen sich so zu lieben und zu akzeptieren, wie man ist. Wir können nicht von den Anderen erwarten, dass sie uns mögen, wenn wir uns selbst nicht mögen.

2) Unsere Symptome und unsere Problematik wird erst dann für die Anderen zu einem Problem, wenn wir selbst es zu einem Problem machen. Je selbstverständlicher wir lernen mit Parkinson umzugehen, umso selbstverständlicher gehen auch die anderen damit um.

3) Soweit es eben möglich ist darf man auf nichts verzichten wegen Parkinson. Mit anderen Worten, man darf nicht zulassen, dass Parkinson uns beherrscht.

Ich wünsche dir, dass du einen Weg finden mögest, der es dir ermöglicht auch mit Parkinson zufrieden zu sein und das Leben zu geniessen. Denn eins ist sicher : Mit der richtigen Einstellung kann man auch trotz Parkinson noch Spaß haben am Leben und es genießen.

Claus

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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