Ein Tag, als ich noch zur Arbeit ging (Teil 2/2)

Egal, jetzt ist erst mal Zeit für einen Pott Kaffee und mal kurz zu den Kollegen schauen. Keiner sagt einen Ton betreffend meines meditativen Arbeitsauftaktes, aber das muss ja nichts bedeuten. Im Büro quäle ich mich nun mit kleineren nicht wirklich anspruchsvollen Arbeiten. Zu mehr bin ich auch nicht in der Lage, da es ja nicht die erste Nacht war, in der ich so wenig geschlafen habe. Zwischendurch suche ich mir mal einen kleinen Job heraus, bei dem ich in einen anderen Bereich des Betriebsgeländes gehen muss. Wird auch Zeit, dass ich endlich hinaus komme, um den Geist ein wenig durch Frischluft aufhellen können.

Irgendwie ist es dann auch 12:00 Uhr geworden. Ich schließe die Bürotür von innen ab, stelle den Wecker des Handys auf 12:30 Uhr und lege den Kopf auf die Tischplatte. Komisch, so kann ich dann einschlafen, aber nachts im Bett ist meistens Fehlanzeige.

Dann quäle ich mich weiter durch den Nachmittag und hoffe, dass es bald 15:30 Uhr wird. Zum Glück ist heute keine Besprechung angesagt. Es wäre nicht die erste, bei der mir die Augen zufallen.

Dann endlich kann ich den Heimweg antreten, mal wieder mit dem unguten Gefühl, dass meine Produktivität am heutigen Tag sehr zu wünschen übrig gelassen hat. Zum Glück habe ich in meinem Team so gute Kollegen, die bisher nie etwas gesagt haben. Ich habe sogar den leisen Verdacht, dass sie bewusst ganz schön was von mir abfangen. Nur gut fühlen tue ich mich damit nicht, das macht mir ganz schön zu schaffen und baut meine Psyche nicht wirklich auf.

So schleiche ich dann zur Straßenbahn, die wie immer um diese Zeit reichlich gefüllt ist, so dass ich mich mit einem Stehplatz abfinden muss. Ich weiß nicht, wie ich ausgesehen habe, wohl ziemlich fertig, da mir auf einmal jemand seinen Sitzplatz anbietet. Aber das habe ich dann natürlich ausgeschlagen, so behindert bin ich denn doch auch nicht.

Zuhause noch ein wenig was im Haushalt erledigen, Abendessen und irgendwie möglichst lange zusehen, dass ich wach bleibe. Zu früh will ich ja nicht schlafen, damit ich nicht schon vor Mitternacht wieder auf den Beinen bin.

Kotti