Ein Mann, ein Fahrrad, ein Versprechen

Pizza und Vino

Aber nichtsdestotrotz sind wir mit guter Laune gestartet. Gott sei Dank war Sonntag und somit wenig los auf der Straße. Es ist gar nicht so ohne, durch eine Stadt zu fahren, die fast keine Radwege aufweist. Wir kannten uns in Udine auch leider nicht so gut aus. Aber es ist wie immer: Es gibt überall freundliche Menschen, die uns mit Händen und Füßen, mit Hilfe von einigen Brocken italienisch von unserer Seite und auch englisch oder gar deutsch von deren Seite, fast liebevoll weiterhalfen. Dann fuhren wir durch kleine Dörfer und durch wunderschöne saftig grüne Landschaften. Und nach 20 km legten wir unseren üblichen Frühschoppen ein. In einem kleinen Nest im nirgendwo. Aber die Leute sind so freundlich, so nett und zuvorkommend, das kann man sich nicht vorstellen. Und das Lustigste war, dass wir dort auf eine Frau getroffen sind, die deutsch sprach. In den Restaurants gibt es streng getrennte Frauen- und Männertische. Der Tisch der Männer war sehr ernsthaft und da wurde nur über Politik und natürlich über Sport gesprochen. Bei den Frauen ist es gleich lustiger zugegangen. Die haben wild durcheinandergeredet und wenn wir Fragen hatten, musste Juliana gleich als Dolmetscherin herhalten. Aber auch die schönste Pause geht einmal zu Ende und leider mussten wir uns kurz danach wetterfest anziehen und bis zum Hotel in unserer Regenkleidung bleiben. Nach einigen Kilometern fuhren wir durch ein kleines Dorf und wussten nicht, wie es weitergeht. Aber da hielt auch eine Frau an, mitten auf der Straße, und erklärte uns den Weg. Und in diesem kleinen Dorf hatten wir auch einen vierbeinigen Begleiter. Der freute sich so über uns, dass er gleich mal ca. 1,5 km mit uns mitlief.


Kurz danach fuhren wir durch eine Schlossanlage, da war ein riesiges Festival (Dogenfest) zugange, mit Freilichtbühne, vielen Zelten und natürlich Essens- und Getränkeständen. Aber da konnten und wollten wir keine Pause machen – der Trubel war uns zu viel.


Nach schier endlosen Kilometern, die wir mangels Radwege leider auf der Straße verbringen mussten, sind wir in der Großstadt Portogruaro angekommen. Aber wo ist unser Hotel?
Da kam wieder die Freundlichkeit der Italiener durch. Wir standen am Straßenrand und befragten Google Maps und Falk.de und auf einmal kam eine Frau aus einem Haus, fragte uns, wo wir hinmüssten und nach einem kurzen Gespräch meinte sie: „Ach, das ist so schwierig zu erklären.“ Wenn es uns nichts ausmachen würde, brächte sie uns direkt mit dem Rad dorthin. Sie brauche nur noch 5 Minuten, sie müsse sich noch die Jacke anziehen. Ob sie uns in der Zwischenzeit eine Tasse Tee anbieten könne. Wir waren erst mal perplex und bevor wir wieder auf unseren Rädern saßen, stand sie schon mit dem Rad da und brachte uns auf Schleichwegen durch Portogruaro bis zu unserem Hotel. Einfach super! Danke.


Und das Beste war, an diesem Tage war das Fest des Dogen von Venedig und dieser zog mit seinem Hofstaat in supertollen Gewändern durch die Fußgängerzone (da lag unser Hotel). Und die Hofherren und Hofdamen mit ihren Begleitern führten verschiedene Tänze auf. Sehr toll zu beobachten, aber ein sehr heftiger Trubel. In einer kleinen Seitenstraße genehmigten wir uns dann noch eine „Straßenpizza“. Wir setzten uns in unser Hotel und ließen den Tag bei einem Glas guten Rotwein ausklingen.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Bewegung Verschlagwortet mit

Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.