Ein Mann, ein Fahrrad, ein Versprechen

Bergauf und Bergab

Aber leider war die Bedienung im Café nicht gerade kooperativ!!! Zunächst!!! Und Alexandra kam etwas geknickt mit der Nachricht zurück, dass für Gäste keine Steckdosen zur Verfügung stehen würden. Ich war lange genug im Verkauf, um zu wissen, wie man mit Kunden verhandelt und auch umgekehrt. Ich bin also mit kräftigen Schritten in das Lokal, zur „Hauptkreuzung“ zwischen Küche und Kasse, schnappte mir unsere Bedienung und bei kurzer Distanz mit einer aufrechten Körperhaltung und kräftiger Stimme, stellte ich mich vor und verwies auf mein Trikot mit dem Aufdruck: „Botschafter für Tiefe Hirnstimulation“ und bat um die Möglichkeit meinen Akku aufzuladen. Siehe da, auf einmal gab es jede Menge Steckdosen und ich durfte meinen Akku aufladen so lange ich wollte.
Die Abfahrt war genial, viele Kilometer nur bergab und dann war die Burg von
Werfen schon zu sehen und somit unser letzter Anstieg des Tages. Danach ging es nur noch bergab und wir sind entlang der Salzach nach Bischofshofen gefahren. Erste
Zwischenbilanz: Bis auf meine von der Sonne verbrannten Knie, den Oberschenkeln und
den Unterarmen, hatten wir noch keine gravierenden Schäden.
Nach einer ruhigen Nacht in einem schönen Landgasthof, waren wir ab 9 Uhr in der Früh wieder auf der Strecke. Bevor es losging fielen wir noch in einem Fahrradfachgeschäft fast gegenüber ein. Durch die starke Sonne der letzten Tage hatten wir gewaltige Sonnenbrände und deckten uns erst einmal mit Ärmlingen und Beinlingen ein. Ich glaube, die haben noch nie so viel Equipment auf einmal verkauft wie an diesem Vormittag. Dann radelten wir los und es war wie am Tag zuvor: Wunderschöne Wege entlang der Salzach und in null Komma nichts waren wir am Bahnhof in St. Johann. Auch das Einsteigen in den Zug in St. Johann war kein Problem, weil uns der nette Schaffner geholfen hat, die Räder einzuladen. Auch auf den Bahnsteig sind wir problemlos gekommen, da dort eine Rampe für uns war. Die Fahrt von St. Johann nach Mallnitz war recht entspannt und schön.

Frühschoppen im Speisewagen …

Im Zug wurden wir von einem Zugbegleiter angesprochen, weil er mitbekommen hatte, dass wir nach Padua wollten. Er gab uns gleich einen Tipp, in welcher Wirtschaft wir auf der italienischen Seite einkehren sollten. Nach einer entspannten Fahrt stiegen wir in Mallnitz aus. Auch dort hatten wir super tolle Hilfe. Aber dann führten auf dem Bahnhof in Mallnitz nur Stufen nach draußen. Runter und dann wieder rauf.
Schließlich konnten wir den Weg ins Freie aber doch noch finden, denn nur gemeinsam ist man stark. Wir kamen abends gut in Sachsenburg an und hatten einen netten Abend, den wir mit gutem Rotwein und Chips ausklingen ließen.
Der vierte Tag unserer Tour begann mit einem Interview mit der Kleinen Zeitung, die entgegen ihres Namens jedoch die größte regionale Tageszeitung in Österreich ist. Nachdem wir die Fragen des Redakteurs, Herrn Stöflin, beantwortet hatten, starteten wir etwas später als üblich und kamen direkt in den Regen. Das konnte uns aber nicht aufhalten: Regenkleidung an und weiter. Es hat bis zu unserer Mittagspause, die wir bei einer sehr liebenswürdigen Jausen-Station einlegten, geregnet. Hier gab es nichts, was sie nicht selber produzierten – außer Kaffee. Einfach klasse! Frühschoppen mit Apfelmost – jeder zweimal eine Halbe – Hicks … Wir haben ihn Alpenmost getauft.

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Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.