Ein Mann, ein Fahrrad, ein Versprechen

Es geht los!

Ich wollte noch ein Tour-Logo, eine Art Kurzformel oder Sigl. Es sollte immer und überall reproduzierbar und einfach sein.
= steht für die beiden Elektroden, das Grad ° steht für den Generator in der Brust, der lachende manchmal auch der zwinkernde Smiley steht für mich.
Und das Tour-Logo war geboren: =(:-)°

Okay, jetzt brauchte ich bloß noch eine Art Presseerklärung – mein Sozialbericht war dafür perfekt geeignet. Nur meine Schwägerin meinte, das liest doch keiner, das ist zu lang. Also machte ich daraus eine gekürzte Fassung. Perfekt. Dann ging es um den Termin, auch dieser sollte eine Symbolkraft haben.
Nach verschiedenen Möglichkeiten, fiel die Wahl auf den 7. Mai 2016 meinen 50. Geburtstag. Eine alte Werbe-Idee aus meiner Verkaufsberaterzeit konnte ich wieder aufgreifen und die Schlagzeile stand.


~50 Jahre alt, ~500 km vor sich, ~5000 Tage mit Parkinson.
Es stimmt zwar nicht ganz, klang aber besser.
Und dann ging es auch schon los.


Ich hatte alle informiert die ich kannte und es sind fast alle gekommen.
Die Verabschiedung am Kapellplatz war grandios. Meine Frau Christiane, meine Tochter Cordula mit ihren Freundinnen und Cheerleadern, mein Freund Lothar, Nachbarn, Bekannte aus der Selbsthilfegruppe, Vertreter vom Hersteller meiner Elektronik Boston Scientific, Stiftsprobst Günther Mandl, dritter Bürgermeister Konrad Heuwieser, Einrad-Kinder aus Kastl, Fredl Fesls Frau – Monika, mein platonischer „Kurschatten“ Sigrid mit Familie, mein ehemaliger Lehrbub Stefan den ich 14 Jahre nicht gesehen hatte und viele, viele weitere.


Dann kam der Start um ca. 10 Uhr am 7. Mai 2016 nach fast zwei Jahren Vorbereitung.


Nach unserer Verabschiedung machten wir uns auf den Weg Richtung Kastl. Auf den ersten fünf Kilometern begleiteten uns die Einrad-Kinder, Freunde und einige aus meiner Selbsthilfegruppe. Nach einer Emotionalen zweiten Verabschiedung in Kastl durch die Kinder mit dem Spruch „Ich mache keine Witze, Tony du bist Spitze“, sind wir dann zu sechst weiter unserem Tagesziel Freilassing entgegengeradelt. Professor Schwarz hatte noch einen Vortrag in Haag, kam jedoch anschließend wieder und war dann passend zu unserem ersten Halt wieder dabei. Die erste Station der Tour war dann in Asten, wo wir uns in der Dorfwirtschaft stärkten.
Vorbei am Leitgeringer See ging es dann rund 20 Kilometer weiter nach Fridolfing, wo wir im Naschwerk eine kleine Pause einlegten. Zum einen zum Kraft tanken und um sich etwas kennenzulernen, zum anderen um den Akku meines Liegerades ein bisschen nachzuladen. Nach rund 65 Kilometern sind wir dann um 18 Uhr in Freilassing angekommen. Hier trafen wir auch Herrn Dr. Ebner, Leiter der Parkinson Selbsthilfegruppe Salzburg (selber Parkinson-Patient), und verbrachten einen netten gemeinsamen Abend.
Am nächsten Morgen verabredeten wir uns mit Dr. Ebner kurz hinter der Grenze und er unternahm mit uns eine tolle Stadtführung in Salzburg per Fahrrad. Joe (Herr Dr. Ebner) hat uns am Wanderweg der sieben Schlösser durch Salzburg geführt und dann trafen wir noch den Vertreter von Boston Scientific Österreich. Anschließend ging es weiter über Hallein und Golling den Pass Lueg hoch.
Und da sind wir dann auf eine erste, aber nicht unüberwindbare Hürde gestoßen. Oben am Pass angekommen, war mein Akku leer und zur Weiterfahrt brauchte ich unbedingt wieder einen geladenen Akku, da uns der Anstieg in Werfen noch bevorstand.

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Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.