Ein alternativmedizinisches Experiment (12/12)

Zwischenbilanz III (nach 2 Monaten)

„Volle Erwerbstätigkeit oder gesund Leben?“: Gedanken zum Arbeitsleben und zur Reduktion des Anteils der Erwerbstätigkeit …

Beim Reflektieren merke ich, wie schwer es mir fällt, die in der Ayurveda Kur gewonnenen Erkenntnisse und Verhaltensweisen in den (erwerbstätigen Alltag) zu integrieren. Muss man(n) wirklich die Erwerbsstätigkeit aufgeben um eine Chance zu haben, gesund oder lebensdienlich leben zu können?

In vielen Diskussionen mit Freunden, Betroffenen und Gesinnungskollegen scheint sich eine Antwort herauszukristallisieren: JA!!!

… freuen tut mich das nicht wirklich. Es ist nämlich so, dass ich meine Arbeit auch wirklich gerne erledige … nur weiß ich nicht, wie ich sie stressfreier, druckfreier, entspannter bewältigen kann.

Die Arbeit an sich macht mir Spaß. Mit meinen Klienten arbeite ich wirklich gerne. Und da bin ich auch ziemlich gut … und das tut meinem Ego gleiches, nein es tut seeehr gut !

Nur die Kehrseite, d.h. der Termindruck, das Verfassen von zeitnahen Protokollen, das Jonglieren von 2 Terminen, die sich eigentlich nicht ausgehen aber dann doch irgendwie, Anforderungen, die sich klammheimlich verändern und wo man in Klärungsprozessen auf den Punkt bringen muss (darf), was Sache ist, Runterstreiten mit irgendwelchen Procurement Menschen (Einkaufsabteilungen), die die mit den Fachabteilungen ausgehandelten Bedingungen halten aber den Preis gnadenlos runterlizitieren möchten … das macht manchmal Stress, wenn es gleichzeitig passiert … aber so ganz ohne … da würde mir was fehlen … denke ich…

Aber andererseits dringen die Argumente unserer Diskussionen direkt vor in mein Herz (und von dort ins Hirn…) Ich denke, ich werde mit der Entscheidung noch einige Zeit schwanger gehen …

Logbuch, Tag 73 (Zwischenbilanz IV)

Diese Woche hatte ich Urlaub (d. h. mit [lieben] ausländischen Gästen und Familie volles Programm von Stahlwelten über AEC, Wachau, Loisium bis Wien mit Schönbrunn, Hofburg und Co). Eigentlich wollte ich in dieser Woche eine Rückschau halten auf 2 1/2 Monate Ayurveda und Postayurveda Erfahrungen. Übrig geblieben ist diese Stunde jetzt am Abend des Ostersonntags. Immerhin …!

Und das leitet beinahe nahtlos zum Thema Reflexion der Erfahrungen über …

1. Was ich (fast) behalten habe ist mein Gewicht. Seit Weihnachten 12 Kilo abgespeckt und eines wieder zugelegt … oszillierend, also, das geht …

2. Was ich ebenfalls behalten habe ist die Bereitschaft, fleischlos zu essen. Zugegeben, diese Woche habe ich geschlemmt und kunterbunt Fleisch in allen Variationen gegessen. Aber im normalen Rhythmus greife ich (wenn ich beruflich unterwegs bin) meist zumindest zu vegetarischen Gerichten. Zuhause wird ohnehin noch in Anlehnung an (die) Ayurveda (Kochbücher) gekocht.

3. Die Pillen schlucke ich immer noch, d.h. die ayurvedischen Pferdeleckerlis, aber ich bemerke, dass sich da mehr und mehr der Schlendrian einschleicht. 22 Pillen über den Tag verteilt zur rechten Zeit, vor, zu und nach dem Essen geschluckt nervt … ehrlich.

4. Der Erholungseffekt nach der Ayurveda Kur … … naja, ich würde sagen, der ging den Weg alles Sterblichen … viel ist davon nicht mehr über. In meiner Befindlichkeit drängeln sich dominant meine gebrochenen Wirbeln in den Vordergrund. Ich habe jetzt seit einer Woche kein Stützkorsett getragen … und es ist erschreckend, wie schnell sich Muskel-masse abbaut. Meine einstmals nicht so üble Rückenmuskulatur ist ein Schatten ihrer selbst und meine ohnehin vorhandene Kyphose schlägt gemein-sam mit den eingebrochenen Deckplatten meiner Wirbel erbarmungslos zu. Von einstmals 178 cm sind 173 cm übriggeblieben … ich bin in der Tat gute 5 cm geschrumpft. Und das Gerade halten meines Rückens gelingt erstens nicht und zweitens schmerzt jeder Versuch …

5. Ich nehme unverändert die MbP Klassiker, Madopar, Azelekt, Madopar CR und Neupro Pflaster. Ich weiß nicht, ob es an Ayurveda oder am fortschreitenden MbP liegt, aber mir kommt vor, dass ich sensibler auf die Medikamente reagiere. Am meisten auf das Neupro Pflaster. In der Hektik der letzten Wochen habe ich eine handvoll Mal verabsäumt, das Pflaster zeitgerecht, d.h. pünktlich zu wechseln und zweimal hat sich das Pflaster gelöst. Und jedesmal habe ich es in einer mittelfristig über den Tag verteilten „Lahmarschigkeit“ bemerkt. Mein Körper konnte mit der von den Gedanken vorgegebenen Geschwindigkeit nicht mithalten … Mit pünktlicher Einnahme der Medis schaut das besser aus.

A propos Neupro Pflaster. Mein Körper, d.h. meine Beweglichkeit reagiert ganz fein auf den Wirkstoff “Rotigotin”, aber ich bemerke auch, dass ich oft für 1 – 2 Tage Hautirritationen an den Stellen habe, wo das Pflaster geklebt war. … und das irritiert mich!!!

6. Wo ich weiter dranbleiben werde ist die Entgiftungsthematik. Im Frühsommer werde ich mich auf die Chelat Therapie einlassen. Mir erscheint die These mit dem Zusammenhang von Schwermetallen in meinem Körper und MbP zumindest plausibel. Und wenn das Ausleiten zumindest eines Teils davon mit DMPS etwas bringt, dann ist das fein und wenn nicht, dann war’s den Versuch allemal wert.

7. Darüber hinaus bin ich wild entschlossen, mir ein bis zwei Mal pro Jahr eine Ayurveda Kur zu leisten. Das Entschlacken und Entgiften tat meinem Körper (und damit mir ) sehr gut. Und wenn ich’s regelmäßig mache, vielleicht steigert das die Nachhaltigkeit …

8. Rasayana – achte darauf, was dir gut tut … tja, leicht gesagt und schwer umgesetzt … immer noch.

Soviel einmal jetzt am Ostersonntag Abend …

Ich berichte weiter … (auch wenn ich glaube, dass die “spektakulären Erfahrungen” jetzt einmal vorbei sind …)

 

Logbuch Tag 618 oder ist es 621? (Zwischenbilanz V und Epilog)

Heute, eineinhalb Jahre nach dieser Ayurveda Kur lese ich mein altes Logbuch und ziehe nochmals eine

Bilanz:Was ist geblieben?

• Die positive Erinnerung an Ayurveda.
• Immer wieder einmal der Gedanke an „Rasayana“ … und wenn es mir bewusst wird, dann tue ich auch, was mir da so eingegeben wurde …;o)
• Eine Reduktion meines Fleischkonsums!
• Das Halten meines Gewichts!
• Regelmäßiges Treffen mit meiner Tai Chi Gruppe … auch wenn die Intervalle groß sind, da bleibe ich dran.

Was mache ich nicht mehr… was mache ich anders oder was ist aus meinen Vorsätzen geworden?

• Meine ayurvedischen Medikamente habe ich abgesetzt. Das war mir dann auf Dauer zu viel.
• Von der Chelat Therapie habe ich Abstand genommen. Nach intensiver Auseinandersetzung am Beginn ist das Thema in meinem Leben langsam verblasst … bis es ganz verschwunden ist.
• Eine Wiederholung meines Ayurveda Erlebnisses habe ich nach wie vor ins Auge gefasst.
• Sport und Bewegung mache ich zu wenig. Immer wieder lasse ich mich durch „geistiges Arbeiten“ – und manchmal durch Faulheit – davon abhalten.
• Mein Arbeitspensum habe ich verlagert. Ich mache weniger lange Workshops und Seminare und stattdessen mehr kürzere Interventionen. Ich bin weniger unterwegs, fahre weniger zu meinen Kunden und lasse diese vermehrt zu mir in mein Büro kommen. Wohl auch deshalb, weil mir lange Autofahrten beschwerlich geworden sind. Dafür reise ich mehr mit dem Zug (und mit meinem Brompton).
• Die Zeit, die ich in meinen angestammten Brotberuf (Unternehmensberatung) investiere, habe ich verringert. Im Gegenzug dazu hab ich mich an einem Startup Unternehmen beteiligt. Und das macht mir wirklich Freude und ich erlebe es – obwohl es zeitweise intensiv ist – als nicht belastend.

Wie geht es mir heute?
• „Parkinson-technisch“ geht es mir soweit gut.
• Ich habe die ayurvedischen Medikamente ob der Fülle abgesetzt und bin konventionell mit Levadopa, Rotigotin und Rasagilin unterwegs.
• Meine gebrochenen Wirbel machen mir gelegentlich immer wieder Sorgen, oder mit anderen Worten, sie schmerzen. Da bin ich mit Physiotherapie und Krafttraining zum Muskelaufbau und –erhalt dran.
• Psychisch und mental bin ich gut drauf.

Peter

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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