Die Kraftquelle ist mein Überlebenswille

Es gab in meinem Leben sehr viele Hürden, die ich mit meinem Mann meistern musste. Ich war nie der Typ, der sich schnell verstecken wollte, sondern ich bin immer nach vorne gegangen. Das hat natürlich nicht immer geklappt, aber Misserfolge haben mich nur noch mehr angestachelt es besser zu machen. Das war manchmal sehr mühsam.


Ich habe meinen Sohn, der nicht der leibliche Sohn meines Mannes ist, mit 20 Jahren bekommen. Mein Mann liebt ihn aber wie seinen eigenen Sohn. Ich habe auch sehr lange gebraucht, bis ich dies verstanden und vor allen Dingen gelaubt habe. Das war das Schwerste für mich: Dies zu glauben.
Ich habe immer gesagt, ich schaffe alles was ich will.
Es kam wie es kommen musste: Ich bekam im Alter von 30 Jahren eine Sinnkrise. Ich wusste nicht mehr was ich wollte. Mein Mann stand zu mir und hat auch alles mit gemacht, was mit Sicherheit nicht einfach war. Ich habe dann noch mal die Schule besucht und habe das nachgeholt, was mir beruflich fehlte. Ich machte eine Lehre mit Abschluss. Das war genau das richtige und mein Selbstbewusstsein kam wieder.
Unser Sohn ist echt super geraten, er hat uns kaum Probleme gemacht. Naja, nur die während der Pubertät, also was ganz normales. Und wenn Probleme da waren, haben wir solange gekämpft, bis alles so war wie es sein sollte ( Löwenmutter).
Heute sehe ich, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich kann ,einen Sohn im Notfall nachts anrufen und in drei Stunden ist er bei mir. Er lebt in einer anderen Stadt und ist immer für mich und für seinen Vater da. Er wollte auch schon seinen sicheren Job dort aufgeben, um wieder zu uns zu ziehen. Doch was bringt es?

Von daher ist meine Kraftquelle eigentlich mein Wesen: Ich gebe nicht auf.

Es gibt Momente, in denen man verzweifelt und dann versuche ich mich auf das zu besinnen, was ich im Leben schon alles geschafft habe. Es geht immer weiter und wir können nichts daran ändern. Es kommt wie es kommt.
Natürlich habe ich auch Gedanken, wie “ich schaffe es nicht mehr.” Dann verkrieche ich mich in mein Zimmer, heule eine Runde und dann geht es wieder besser. Oder ich  Laufe eine Runde, dann kann ich mich richtig auspowern.
Es gibt auch Tage an denen ich mich nicht bewege, gut dann ist es halt so. Der nächste Tag läuft wieder besser. Und ich muss sagen, es gibt noch schlimmeres im Leben.
Ich liebe meinen Mann sehr, aber manchmal könnte ich ihn auf den Mond schießen (Haha). Aber ich glaube, dass dies jedem Angehörigen passiert, weil man selber ja auch nur Nerven hat.

Ich versuche mir jeden Tag selber zu sagen,
ES WIRD SCHON ALLES GUT

P.

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