Die Heilkraft des Schreibens

„Schreiben ist Kommunikation mit dem Unaussprechlichen“ (Max Frisch)

Irgendwie ließ mich dieser Satz nicht mehr los.

Kann ich tatsächlich schreiben, worüber ich nicht reden kann?

Ich begann meinen Körper zu bereisen und versuchte den bedrohenden Gefühlen einen Namen zu geben. Das entpuppte sich schwerer als gedacht, denn nach der Diagnose Morbus Parkinson war ich innerlich verstummt. Der Schock saß tief. Step by step begann ich meine Gedanken und Ängste zu ordnen, das Seelen-Wirr-Warr in Worte zu fassen und neu zusammenzufügen, um Klarheit zu gewinnen. Rückschläge inbegriffen!

Ich fand alle Stadien: vom Schock über Verleugnung, Wut, Trauer und Verbitterung bis hin zur In-Frage-Stellung meiner gesamten Identität. Ein Wechselbad der Gefühle.

Dabei entdeckte ich das Schreiben aus einer anderen Perspektive, und zwar aus dem Blickwinkel Parkinson, meinem ständigen Begleiter. Der Rollentausch und das kreative Schreiben bestätigt mir, dass ich Parkinson nicht völlig ausgeliefert bin, sondern mich davon distanzieren kann, manchmal sogar mit einem Schuss Böswilligkeit oder Humor.

Schreiben wirkt wie eine Droge, reinigt mein Seelenleben und schenkt neue Lebensqualität und Lebendigkeit, trotz veränderter Umstände.
Und schließlich ist es ein besonders beglückendes Gefühl, die Beträge im DOPAMIN-Buch weiterreichen zu dürfen.

Schreiben ist wie eine Wärmflasche für meine Seele.

Canty