Die Augenblicke des Glücks

Hat das Glück mich verlassen am Tag, als die Diagnose kam? Macht das Glück seitdem einen Bogen um mich herum? Bin ich überhaupt noch in der Lage, Glück zu empfinden? Aber ja und zwar viel intensiver als je zuvor. Der Moment des Wachwerdens nach der THS OP (Tiefe Hirn Stimulation) war ein solcher Glücksmoment.

Es fing ganz vorsichtig an. Die Augen geschlossen, denn was ich nicht sehen kann, ist nicht da. Was nicht da ist, kann nicht schmerzen. Was nicht schmerzt, muss in Ordnung sein. Was ist Ordnung ist, funktioniert einwandfrei. Also Augen zu und testen. Wie schon in den Wachphasen während der OP zunächst die Finger bewegen, aber nur ganz wenig und ganz langsam. Perfekt! Finger da, Hand da, Arm da. Ich fühle links und rechts. Die Augen bleiben getreu dem Vorsatz, was ich nicht sehe, das…… geschlossen. Dann mutiger und die Hände wandern in Richtung Beine. Ja hurra, ich fühle beide Beine und noch mutiger, ich bewege meine Zehen, die Füße und stelle fest, es funktioniert.
Erleichterung macht sich breit. Ich fühle meine Hände, Arme, Zehen, Füße, Beine, den Rumpf und irgendwie den ganzen Körper. Glück? Noch nicht, denn die Augen sind noch geschlossen. Kann ich richtig sehen oder sehe ich unscharf wie in der der Testphase während der OP? Was ist mit sprechen? Ich entscheide mich für eine kurze Sprachprobe bei geschlossenen Augen. Wie schon bei der OP, nenne ich die Wochentage. Der Montag ist noch ganz leise und unsicher, der Donnerstag laut und deutlich. Das warme Gefühl des Glücks erobert meinen Körper, doch da sind noch die geschlossenen Augen. Ich bremse mein Glück noch etwas und überlege. Augen ganz vorsichtig öffnen oder spontan und entschlossen aufreißen. Doch bevor ich die Entscheidung treffe, höre ich
Stimmen und öffne meine Augen, um zu sehen wer da kommt. Ich sehe zwei der OP-Assistenten klar und deutlich!

Jetzt ist es da, das GLÜCK!

Karl

Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.