Diagnose, Medis und Begleittherapien

Ich denke, wir hatten alle einen ähnlichen Einstieg in unsere Krankheit Morbus Parkinson. Verlangsamung, Depressionen, unruhige Beine, Muskelschmerzen, Tremor, Krämpfe und einige Symptome mehr.
Festgestellt wird die Krankheit auf unterschiedliche Weise, z.B. Dopamin Test oder wie bei mir durch den Datscan. Der Datscan ist eine Untersuchung ähnlich wie eine Szintigrafie. Ich bekam eine radioaktive Injektion und nach einer halben Stunde erfolgte das Szintigramm, eine farbliche Darstellung des Gehirns, auf der der Arzt sehen kann, ob und wieviel Dopamin in etwa noch
vorhanden ist.
Als die Diagnose feststand, besprachen wir die Medikation. Meistens, so auch bei mir, gibt es zunächst einen Agonisten (davon gibt es viele) und da muss man ausprobieren, welches Medikament einem am besten bekommt. Bei mir war es gleich das erste, da hatte ich Glück.
Später bekam ich L-Dopa zur besseren Beweglichkeit dazu. Bei mir reichen glücklicherweise die beiden Medis noch in nicht so hoher Dosierung aus, zweieinhalb Jahre nach der Diagnose.
Als Begleittherapie gehe ich zweimal in der Woche ins warme Wasser zum Bewegungsbad, da kann ich mich wunderbar bewegen. Es ist jedes mal eine Wohltat. Ich bin auch viel mit dem Fahrrad unterwegs, weil es mir leichter fällt als das Gehen. Für meine Stimme ist einmal in der Woche singen angesagt, das macht richtig Spaß. Wir singen alles, vom Schlager über Volkslieder und Chansons bis hin zu Rock. Ich habe das Gefühl, es tut meiner Stimme richtig gut und ich atme viel aufmerksamer.
Dann gibt es noch meine Kunsttherapie, durch diese bin ich auch zum Malen, meinem noch ziemlich neuen Hobby, gekommen. Wir experimentieren mit verschiedenen Farben und Materialien, beispielsweise Aquarell, Kreide, Gouache Farben, Tinte und Kohle. Diese Therapie entspannt mich
total und was in meinen Bildern gesehen wird ist, sehr spannend.
Auch eine Psychotherapeutin begleitet mich und hat mir sehr geholfen, diese gemeine Krankheit anzunehmen. Ich habe immer noch Rückfälle und will es nicht wahr haben, dann sind diese Gespräche sehr effektiv und ich bekomme auf diesem Wege auch Hilfe bei meinen Impulskontrollstörungen, die durch die Medikamente ausgelöst werden. Bei mir handelt es sich hauptsächlich um unkontrolliertes Essen.
So bin ich sehr ausgelastet mit meiner Achtsamkeit um meine eigene Person, aber es lohnt sich!
Bika