Der Rhythmus des Lebens (Teil 2 / 2)

Sie sagen, der Verlauf einer chronischen Erkrankung kann in sechs Stadien eingeteilt werden, das kommt einem bekannt vor. Besagte Stadien sind:

  1. Vor der Diagnose – es zeigen sich noch keine Symptome.
  2. Die Diagnose- Anzeichen einer Erkrankung zeigen sich.
  3. Die Krise/ Restabilisierung – das Leben wird auf den Kopf gestellt oder es entsteht eine lebensbedrohliche Situation.

4.Wechsel zwischen akuter/ stabiler/ instabiler Phase – erkennen der Bedeutung der Erkrankung der jeweiligen Phase und was ich dann tun kann.

  1. Der Verfall – fortschreitende Verschlechterung einer chronischen Erkrankung.
  2. Sterben – muss jeder in seinem Leben

Das Ganze kann ein Leben lang dauern, muss aber nicht. Eines ist meiner Meinung nach sicher. Es gab ein Leben vor der Diagnose, nach der Diagnose mussten wir das Leben wieder neu, anders zusammensetzen, es galt einen neuen Lebensfaden zu stricken, häkeln oder knüpfen. Die Krankheit als Teil annehmen und lernen mit der Diagnose und Krankheit zu leben. Das hört sich rein theoretisch an und nach sieben Jahren leben mit der Diagnose Parkinson habe ich endlich geschafft, das Ganze kurz und bündig in einem Reim zusammenzufassen.

Der Rhythmus des Lebens

Dein Rhythmus soll der meine sein,
wäre dann für immer dein,
nur hast du nie gefragt,
ob ich diesen Rhythmus mag.

Das Leben soll ich mit dir teilen,
im Schönen und im Leiden,
doch dieser Platz ist schon besetzt,
auch wenn es dich verletzt.

Es ist dir aber einerlei,
kamst herbei,
in jener Nacht,
die mit zu viel Arbeit hat gebracht.

In meinem Kopf hat´s Klick gemacht,
danach war ich ganz aufgebracht und du hast mich nur ausgelacht.
Mit der nächsten Krise kamst du an,
warst pünktlich wie die Bahn.

Scherst dich um mich einen Dreck,
lebst wie die Made im Speck.
Hast dich festgesetzt in meinem Leben,
die anderen sagen, ich soll dir vergeben.
Soll in deinem Rhythmus leben,
dann würde es mir besser gehen.
Das kann nur sagen,
wer dich nicht muss ertragen.

Wieso, weshalb, warum,
diese Krankheit, die haut jeden um.
An manchen Tagen kann ich nicht klagen,
höre dann den Takt der Welt, der uns am Leben hält.

Die Töne einst im Einklang standen,
als Kauderwelsch bei mir versanden.
Wenn ich meinen Rhythmus wieder finde,
die Töne zu neuen Liedern binde,
dann klart nicht nur der Himmel auf,
das Leben nimmt unseren Rhythmus auf.

(Entstanden 2017)

Ella