Der kleine James 5/5

Um James genügend Bewegung zu verschaffen, aber auch um Dinge wie Kraft und Gleichgewicht zu verbessern, gehe ich mit James je einmal wöchentlich in Pilates, Fitness, Tai Chi und Kundalini Yoga. Die beiden letzteren gehen aber schon ein wenig in die Bereiche der Meditation und Energiearbeit hinein. Bewusste Spaziergänge ergänzen dieses Programm. Bewusst in dem Sinne, dass ich dabei auf saubere Schritte und ein gutes Schwingen beider Arme achte.


Zusätzlich gibt es täglich eine Einheit Zhineng Qi Gong, welches noch mehr als Tai Chi in die meditative Energiearbeit geht. Die tägliche Meditation und Reiki, mit dem ich James und meinen Geist energetisch versorge, helfen mir zu einer inneren Ausgeglichenheit zu kommen. Reiki selbst kann ich aber auch zu allen möglichen Tageszeiten in meinen Alltag einbauen.

Alle diese Techniken und die Tatsache meines stressreduzierten Lebens haben es mir ermöglicht, das Futter für James abzusetzen. Meine Symptome sind dadurch nicht stärker geworden, im Gegenteil, ich fühle mich besser. Meinen Tremor habe ich außer in stressigen Situationen sehr gut im Griff. Ich habe weiterhin mit Muskelsteifheit und Verlangsamung zu kämpfen, aber bei weitem nicht mehr so heftig, wie dies der Fall war. Meine mentale Einstellung gegenüber dem kleinen James hat sich geändert, so dass ich derzeit gut mit ihm zurechtkomme.

Ein großer Gewinn jedoch ist, dass so einige durch das Futter verursachte Unannehmlichkeiten verschwunden sind. Ich schlafe noch immer keine acht Stunden in der Nacht, aber eine Verdopplung des Nachtschlafes habe ich erreicht. Die Tagesmüdigkeit und die Neigung zum Sekundenschlaf sind verschwunden. Ich habe erheblich weniger Muskelkrämpfe, die Schreckhaftigkeit ist komplett verschwunden. Dieses seltsame kribbelnde Gefühl im Kopf, welches überwiegend an der Stirn herrschte, existiert nicht mehr. Wassereinlagerungen in den Beinen sind ein Thema von gestern.

Aber was ganz wichtig ist, ich bin psychisch wieder ausgeglichen, ich habe meinen Begleiter akzeptiert. Es ist mir bewusst, dass diese Phase nicht zwingend auf ewig anhalten muss. Dies zeigen mir schon die Schwankungen welche ich immer wieder erlebe, Tage an denen es mir, was den kleinen James betrifft, sehr gut geht, dann aber wieder Tage, an denen er seinen Tribut einfordert.

Was die Zukunft bringt, das wird sich zeigen. Warten wir ab, was dem kleinen James noch so alles einfallen mag. Heute, nach nun bald sechs Jahren seit der Diagnose und den davor liegenden Zeiten, in denen James mich schon begleitete, kann ich nicht klagen.

Kotti

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