Der Glaube an sich …

Ich sitzt hier vor meinem Computer und weiß eigentlich nicht so recht wie ich anfangen soll. In diesem Fall muss ich auch den Datenschutz wahren. Heute erzähle ich von einem Menschen der mir in dieser Art noch nie begegnet ist. Er hat das geschafft, was man nicht – wie heißt es so schön: „ für menschenmöglich„ gehalten hätte. Diejenigen, die ihn zu Beginn auslachten und über ihn tratschten, wurden eines besseren belehrt. Ich bin sehr stolz so einen Menschen kennen zu dürfen, der einem zeigt, was in der Aussage „Aufgeben ist keine Option“ steckt, alles wiederspiegelt. Wenn ich diesen Menschen nicht die ganzen Jahre über begleitet hätte, würde ich sagen: „Okay, kann ja sein, aber ob es stimmt?“

Ich lernte einen 45-jährigen Mann kennen, der seine Diagnose Parkinson noch relativ frisch hatte und sie nicht akzeptieren wollte. Sein damaliges Leben konnte er so, wie man es von Ihm erwartete, nicht mehr leben und die Ziele, die er sich mal gesteckt hatte, und die auch von einigen Familienmitgliedern vorausgesetzt wurden, waren einfach nicht mehr zu erreichen.

Er war Umwelt- und Verfahrenstechniker, darum hatte er den Ingenieurtitel. Das ging doch nicht, dass so ein gebildeter Mensch Parkinson haben sollte. Menschen distanzierten sich von ihm.  Vielleicht war es doch eine falsche Diagnose? Aber was heißt das schon? Ohne Diagnose aber mit Symptomen die wir alle gut kennen, vielleicht doch?

Die Passanten auf der Straße machten einen großen Bogen um ihn. Keiner konnte es verstehen. Er humpelte und schlurfte durch die Großstadt. Er wollte sein Leben nicht mehr so gestalten und stieg aus. Mit nichts in der Tasche, außer einem Kirchenschlüssel. Kein Pfennig Geld, nur die Kleidung der er anhatte. Er ging zu Arbeitsagentur und Jobcenter, suchte sich eine kleine Einzimmerwohnung und versuchte dort mit seinem Parkinson zur Ruhe zu kommen, was nicht immer gelang.

Er löste seinen einzigen Lebensversicherungsvertrag auf und fing an sich sein eigenes kleines Reich zu schaffen. Parkinson und er freundete sich ganz langsam an. Es hat in all den Jahren zuvor noch nicht so richtig funktioniert. Zu mindestens respektieren sie sich jetzt. Er hatte Glück, sein behandelnder Neurologe aus der Klinik ließ sich mit eigenen Praxis nieder und er nahm ihn mit. Er ist noch heute in Behandlung bei ihm.

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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