Der Anfang

Moin, moin,

ich verfolge dieses Buch schon einige Zeit und finde die Beiträge super. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Ich bin Anfang des Jahres 50 geworden und habe die Diagnose im März 2015 bekommen, das Zittern im linken Arm fing aber schon 2010 an. Ich war damals selbstständig im Einzelhandel und mit einer Sechstagewoche voll ausgelastet.
Viel zu tun und immer im Stress. Das war ein guter Grund, das Zittern zu erklären. Dann noch eine Entzündung in der linken Schulter, der Weg zum Doc war überflüssig. 2011 allerdings lag ich mit einem Magenvirus im UKE und irgendeiner bemerkte, dass die linke Hand nicht ruhig blieb.

Okay, kurz ein Besuch in der Neurologie, ein paar Fragen, ein paar Finger- und Handübungen und es hieß, das sind Tests, die wir bei Parkinson durchführen, aber das ist es nicht, Kraft und Beweglichkeit sind optimal. Da ich keine Schmerzen hatte, war es für mich erst mal erledigt.
Nach dem Virus, der mich vier Monate aus der Bahn geworfen hatte, wusste ich, ich muss was ändern. Weniger Arbeit, mehr Zeit für mich, das gelang mir recht gut. Nur waren da immer die Blicke und Kommentare, wenn die Hand zitterte und es wurde auch nicht wirklich besser. Im Gegenteil, ich hatte Probleme, mir etwas zu notieren, aber essen konnte ich immer nur noch mit rechts.

Ganz unbewusst versteckte ich immer mehr die linke Hand oder hielt irgendetwas ganz fest, um das Zittern zu überwinden. Es tat zwar immer noch nicht weh, aber es wurde nervig und auch irgendwie anstrengend. Essen, Autofahren, den Kaffeebecher gerade halten oder morgens die Milch in die Müslischüssel gießen, ohne zu kleckern…. es ging nicht mehr.
In meinem Kopf hörte ich immer wieder den Satzteil „Parkinson ist das nicht.“ Ich wollte den Gang zum Doc aufschieben, weit weit weg. Dann fiel es mir auf, der Arm, die Hand zitterten ohne Pause, selbst wenn ich die Finger in die Hosentasche schob, vibrierte der ganze Arm. Da stimmte etwas nicht und ich bekam Angst.
Ich wusste, ich brauche einen Termin beim Doc.

Der Doc kannte mich noch. Er wunderte sich darüber, dass das Zittern so schlimm geworden ist. Wieder diese komischen Tests… Ich fragte mich, wieso man dafür so lange studieren muss.
Und dann die vielen Messungen an den Armen, meist links und alles was man am und im Kopf messen kann. Der Doc ging nach dem Ausschlussverfahren vor und immer wieder kam der Satz – das untersuchen wir auch so bei Parkinson, aber nein, das wird es nicht sein.
Irgendwann war alles gemessen und er sagte, es bleibt nur der DATSCAN. Mit großen Augen schaute ich den Doc an. Er erklärte es mir, endete wie so oft: Das machen wir auch bei Parkinson … Ich wartete, aber diesmal ging der Satz nicht weiter.

Nach dieser Untersuchung schaute er mich an, schob den Zettel mit der Diagnose zu mir und sagte :
ich wünschte, ich könnte was anderes sagen, aber Sie haben Parkinson.

….lange Pause……

Gisela