Das Selbstexperiment

Schon lange vor meiner Diagnose war der Tremor im rechten Bein ein fester Bestandteil von mir geworden. Das deutlich später einsetzende Zittern der rechten Hand führte mich dann schließlich zum Neurologen und der Diagnose Parkinson.

Therapeutisch wurde auf einen Dopaminagonisten gesetzt, welcher aber selbst bei höchster Dosierung keine wirkliche Linderung meiner starken Überaktivität von Hand und Bein brachte. Auch der Wechsel auf ein anderes Präparat scheiterte was den Tremor betraf in Erfolglosigkeit.

Nachdem ich nun seit 50 Jahren auf Erden weilte und ich keine Berührung mit illegalen Substanzen hatte, ergab sich aber die Gelegenheit, an eine dieser Substanzen namens Cannabis heran zu kommen. Über die Qualität dieser Ware kann ich nichts sagen, aber ich wollte dennoch ein Selbstexperiment starten.

Also nutze ich einen schönen Sommerabend und versetze legale Tabakwaren mit diesem illegalen Zusatz. Zitternd setze ich mich gemütlich auf meine Terrasse und genoss diese Mischung. Nach etwa 10 Minuten kehrte eine enorme Ruhe in meinen Körper ein, die nicht nur geistiger Natur war. Von einem Tremor war in keiner Weise auch nur ein Ansatz zu spüren. Somit wäre für mich nun das Wundermittel gegen das übermäßige Zittern gefunden. Dennoch hatte ich beschlossen, nicht in die Illegalität zu verfallen und habe es bei diesem einmaligen Versuch belassen.

Nachdem ich zwischenzeitlich auch wissenschaftliche Literatur zum Thema Cannabis als Medizin gelesen habe, wundere ich mich nur, warum es in unserem Land so schwer ist, diesen Wirkstoff auf legalen Wegen zu bekommen. Es könnte doch so manch chronisch Krankem Linderung zukommen, welche erheblich billiger als pharmazeutische Präparate wäre, von eventuellen Nebenwirkungen will ich hier gar nicht reden.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Umdenken in unserem Gesundheitssystem und vor allem in der Politik unseres Landes.

Kotti