Das erste Jahr mit Parkinson (1)

Ich wie? Ich weiß noch genau wie es war, ich war 35 Jahre und es war vier Tage vor meinen Geburtstag da sagte man mir ich habe Parkinson. Was macht man da? WEINEN? Ich habe die ersten Tage nur geweint, wollte nichts wissen,  nichts hören. Einfach nur Musik und weinen.

Ich bin nach Marl gekommen auf die Parkinson- Station, was für ein Glück. Hier wurden meine Medikamente eingestellt und nicht nur das, man klärte mich auf, immer wieder hat sich täglich einer Zeit genommen, um mir alles zu erklären und auch wenn ich weinend im Bett saß, ist jemand vom Team an meinem Bett geblieben, um mich aufzubauen, mir meine Ängste zu nehmen. Dabei blieb man immer realistisch , kein  Versuch etwas schön zu reden, sondern es gesagt wie es ist. Jede Menge Informations-materialien hat man mir mitgegeben und den Rat, mich an JUP (Jung und Parkinson e.V.) zu wenden, da ich unbedingt eine Selbsthilfegruppe brauchte. Meine Tochter wurde auch nicht vergessen. Ich bekam ein Buch, das sollte ihr die Diagnose kindgerecht erklären und auch hier hat man mir sofort Hilfe angeboten, wenn sie Fragen hätte.
Ich hatte also Glück. Ich bin direkt nach Diagnose auf eine Fachstation gekommen, dieses Glück hat nicht jeder. Durch die Klinik bin ich auch auf JuP aufmerksam geworden. Was für ein Glück! Einigen Menschen bei JuP habe ich es zu verdanken, dass ich da bin, wo ich heute bin. Ich bin ein positiver Mensch, die Gründerin von Parkinson Youngster. Ich bin auch diejenige, die das erste Jahr sofort angefangen hat nach Erklärungen zu suchen. Ich habe aufgehört zu weinen ( ok auch ich weine und hetze noch manchmal). Ich bin aufgestanden und habe angefangen die Krankheit zu akzeptieren.

Nach Marl bin ich im Anschluss noch nach Bochum und Lübeck zur Behandlung gewesen.

Was in diesem einen Jahr allerdings alles passiert ist, habe ich zuvor noch nie erlebt. Alles ist anders! Mit der Diagnose geht eine Türen zu und zwei neue öffnen sich!
Tür eins geht in den Keller, die Dunkelheit, das Loch wo man nicht hin sollte. Tür zwei hat einen langen Weg mit vielen Abzweigungen, aber es ist hell da.
So in etwa sehe ich das. Man muss sich endscheiden. Den Kampf annehmen und weiter machen oder lieber aufgeben. Ich habe mich fürs kämpfen endschieden.

Dini