Chronik eines alternativmedizinischen Experiments (11 / 12)

Logbuch Tag 39

Zwischenbilanz II: (gegen Ende der 6.Woche)

• Es gelingt immer noch, fleischlos zu leben. Ein Ausrutscher ist mir passiert: als wir mit meiner Männerrunde am Ende unseres Treffens eine deftige Jause (Brotzeit) zubereiteten und vertilgten, konnte ich nicht umhin, mir auch ein Stück Speck von dem großen “Renken” abzuschneiden und mit Genuss, nein, mit Hochgenuss zu sündigen …. ich hab’s vertragen und es war köstlich … Einen zweiten Ausrutscher habe ich allerdings bereut. Am Faschingdienstag hatten wir Besuch und ich hatte Faschingskrapfen (Berliner) gekauft. Weil sie gar so gut ausgeschaut haben, habe ich auch einen gegessen … und einen Espresso dazu getrunken, den ersten seit Wochen … und weil es so gut war, noch einen und noch einen Kaffee … und eine Stunde später habe ich alles wieder herausgekotzt. Der Krapfen war mir zu fett und ist wie ein Klumpen in meinem entwöhnten Magen gelegen … Was ich in Summe daraus lerne, ist: wenn schon sündigen, dann mit Genuss und mit Produkten höchster Qualität und mich keinesfalls der Völlerei hingeben!!!

• Alle Medikamente wirklich zeitkorrekt einzunehmen gelingt in 3 von 4 Fällen. Die Fülle von mehr als 20 Präparaten über den Tag verteilt ist mächtig. Immer wieder ertappe ich mich, dass mein Medikamenten-warner losgeht und ich in meiner Medi-Box die (ayurvedischen “Pferdeleckerli”)Pillen sehe, die ich zwei Stunden vorher hätte einnehmen sollen. Die Medikamenteneinnahme der klassischen Parkinson Therapie ist eingespielt und funktioniert klaglos – und es sind auch nur 4 Gaben am Tag. Wahrscheinlich nehme ich die klassischen Medis immer noch ernster als die ayurvedischen, die ich zur Unterstützung und zum Aufbau eines ausgeglichenen Hormonspiegels zu mir nehme.

• Rasayana gelingt nicht immer, aber zumindest denke ich daran und gönne mir von Zeit zu Zeit auch eine Pause.

• Seit Beginn der Kur (d.h. ab der Entscheidung dazu) bis jetzt habe ich 6 Kilo, seit Weihnachten (meinem “all-time-high”) insgesamt 12 kg abgespeckt. Ausschließlich durch Umstellung der Ernährung. Kein Fleisch, keinen Zucker, kein Alkohol, kein Koffein und nur ganz wenig Schwarz- oder Grüntee. Und das ganze Reduzieren des Gewichts ist ohne jegliche Anstrengung, ohne darben und fasten müssen, vor sich gegangen. Ich habe im Gegenteil mit Genuss sehr gut und ausreichend gegessen und hatte nie das Gefühl, hungern zu müssen.

• Meine Verdauung funktioniert so prächtig, wie schon seit Jahren nicht mehr, fast mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Ein lieber Freund von mir, ein Arzt, engagiert sich sehr stark in Projekten in Tansania. Und er beschreibt den Unterschied zwischen den Afrikanern und den Europäern anhand des Stuhlgangs – möglicherweise skurril, aber wahr. Er meint, daran ließe sich am treffendsten ein signifikanter Unterschied festmachen: “… wenn einer der Europäer in den Fluss kackt, dann sinkt sein stinkender Fettstuhl sofort auf den Grund. Kackt ein Afrikaner in den Fluss, dann Tanzen die Würschtel auf den Wogen davon …” Und als Arzt meint er, das liege ausschließlich an der Art der Ernährung. Wir Europäer essen (auch in Afrika) zu viel Fleisch, viel zu viel Fett, zu wenig Ballaststoffe und wir trinken zu wenig Wasser und zu viel Alkohol … und dieser Lebensstil findet dann im Kot seinen Ausdruck… Ich lasse es auch täglich tanzen …

• In Summe fühle ich mich leichter (no na net, bei rund 15 % weniger Körpergewicht ) und auch geistig fitter. Trotz meiner kaputten Wirbel habe ich das Gefühl, mich leichter und agiler zu bewegen. Und auch die klassischen Medikamente (Levadopa) scheinen wirkungsvoller zu greifen … Ob das eine Folge der Gewichtsreduktion ist oder durch die Unterstützung durch die ayurvedische Medizin und Ernährung bewirkt wurde, kann ich nicht sagen …

• Durch die Ayurveda Kur hat ein Prozess der Entgiftung in meinem Körper begonnen, dessen Auswirkungen ich deutlich spüren kann. Mit meinem Ayurveda-Arzt habe ich besprochen, dass wir in weiterer Folge eine Schwermetall Ausleitung mit einer Chelat Therapie ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chelat-Therapie ) mittels DMPS-Injektionen ins Auge fassen, um diesen Prozess weiterzuführen. Das detaillierte Blutbild hat da einige Hinweise gegeben und einige Verdachtsmomente von Dr. Schachinger erhärtet. Die Entscheidung darüber werden wir in 2 – 3 Monaten treffen, wenn wir anhand einer neuerlichen Blutanalyse sehen, wie die bisherigen Maßnahmen gegriffen haben.

• In Summe habe ich das Gefühl, in sehr kompetenten und guten Händen zu sein. Schachingers Verständnis über eine komplementäre Therapie in engmaschiger Absprache mit meinem Neurologen entspricht sehr meinem Grundverständnis, “welcher Geist die Welt zusammenhält…!” Ich werde seinen ärztlichen Rat weiterhin einholen.

• In weiterer Folge habe ich vor, auch die Ernährungsumstellung weiter beizubehalten. Nicht als sklavisch zwanghafte “Religion”, sondern als ein mir gut tuendes Genusskonzept. Hin und wieder möchte ich auch mit Vorsatz sündigen, etwa um ein Krügerl Bier als Begleitung zu “Mühlviertler Speckknödel in Eierstich” in mir zu vereinen … (Anmerkung: dabei handelt es sich um eine Götterspeise, die zu Unrecht weitgehend unbekannt ist und die eigentlich in den Olymp der Kochkünste und in die Hall of Fame von Michelin und Gault Millau aufgenommen gehört: deftig, nahrhaft, köstlich und ein Streicheln des Gaumens vom Feinsten …)

Worauf ich mich freue: wenn wir das nächste Blutbild machen und ich hoffentlich diese Fülle von gut 20 Pillen pro Tag reduzieren kann …

Meine Erfahrungen mit Ayurveda als komplementäre Behandlung meines Mb P. sind bisher wirklich ausschließlich gut!

Fortsetzung folgt …

Peter

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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